MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner Hochheim

Aktive Lebensgestaltung bis ins Alter

Werner Hochheim
Tischlermeister

Hermann-Löns-Str. 36 a
07745 Jena

Die Liebe zum Beruf, seine Leidenschaft zum Holz und dessen Verarbeitung, lässt Werner Hochheim nicht ruhen. Bis heute bastelt und werkelt er sehr gern mit diesem Naturmaterial. So stellt er z. B. Kinderspielzeug her, verarbeitet ungewöhnliche Äste zu Kerzenständern, oder flicht Weidenkörbe, die dann an Freunde und Bekannte verschenkt bzw. auf dem Basar der Johannischen Kirchgemeinde - deren Mitglied er ist - verkauft werden. Darüber hinaus engagiert er sich gleichermaßen im Begegnungszentrum des DRK. Als achtes von zehn Kindern wurde Werner Hochheim 1941 in Leipzig- Gohlis geboren. Die Schulzeit erlebte er in Camburg, wohin seine Eltern in das Elternhaus der Mutter gezogen waren. Nach Abschluss der 8. Klasse absolvierte er eine dreijährige Lehre zum Möbeltischler bei einem privaten Handwerksmeister der Stadt. Anschließend arbeitete er dort noch einige Zeit und wechselte dann nach Jena in eine größere private Möbeltischlerei. Hier bekam Werner Hochheim die Möglichkeit zur Meisterausbildung. Die Aufnahmeprüfung bestand er bravourös und wurde zugelassen, ohne die 10. Klasse nachholen zu müssen. Nach erfolgreich bestandener Prüfung zum Tischlermeister 1970 blieb er jedoch nur noch kurze Zeit im Handwerksbetrieb. Da nicht abzusehen war, wann er diesen einmal übernehmen kann und auch auf Grund des geringen Verdienstes, folgte er der Empfehlung eines Bekannten und wechselte zu Carl Zeiss. Hier wurde er ab 1972 tätig und arbeitete fast zwanzig Jahre im A- Betrieb. Als dieser nach der Wende schloss, wurde auch Werner Hochheim arbeitslos. In der Zeit bei Carl Zeiss hatte er jedoch ein Schlüsselerlebnis, das sein Berufsleben dort entscheidend beeinflusste. Mitte der 70er Jahre wurde er als verantwortlicher Leiter der Zimmerei im A- Betrieb (ca. 20 Mitarbeiter und 15 Lehrlinge) eingesetzt. Doch 1982 erfolgte die plötzliche Ablösung. Auslöser war seine Beschwerde beim Kombinatsdirektor Biermann, dass zustehende Prämienmittel an Mitarbeiter nicht ausbezahlt wurden. „Ich wäre politisch nicht mehr tragbar, hieß es. Damit hatte ich als Nichtgenosse in ein Wespennest gestochen“, sagt Werner Hochheim. Zwar wurden daraufhin Schuldige belangt, aber gleichzeitig auch seine Ablösung unter fadenscheinigen Gründen betrieben. Es erfolgte die Versetzung in die Instandhaltung des A- Betriebes, wo er in den folgenden Jahren isoliert als Zimmermann arbeiten musste. Mit der Wende erfolgte „quasi“ seine Rehabilitierung und er wurde Leiter der Abteilung Instandhaltung bis zum Ende. Nach längerer Arbeitslosigkeit fand Werner Hochheim noch einmal für fünf Jahre Arbeit als Meister im Trockenbau bei einer Firma für Lüftung, Heizung und Sanitär. Doch 1998 war endgültig Schluss mit dem Berufsleben. Aus gesundheitlichen Gründen musste er aufhören und wurde erwerbsunfähig. Seit 1965 ist er mit seiner Ehefrau Margaretha verheiratet. Sie ist gelernte Bankkauffrau und hat bei einer Bank und später für die HO gearbeitet. Sohn Thomas war Fagottspieler bei der Jenaer Philharmonie. Tochter Petra war bis zur Wende bei Carl Zeiss als Feinoptikerin und ist jetzt in der Altenpflege tätig. Zur Familie gehören inzwischen drei Enkel und ein Urenkel. Neben seiner Passion für Holz, beschäftigt sich Werner Hochheim viel in seinem Garten. Hier hat er eine neue Liebe - die Marmeladenherstellung - entdeckt. Sein größter Wunsch ist es, alles was Freude macht, noch möglichst lange erledigen zu können.
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