MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Kammervirtuose Dietrich Hoenow

Von der Weltoffenheit der Musik

Dietrich Hoenow

Rentner
Nitzwalder Straße 16
12683 Berlin

Dankbar blickt Dietrich Hoenow auf sein Elternhaus zurück, in dem es nie Streit gab, auch nicht, als die Mutter seine Begabung erkannte, ihn zum Besuch der Musikschule ermunterte, die er anfangs in Berlin, dann bis zur Zerstörung durch Bomben in Frankfurt am Main, nach der Evakuierung in den Spreewald wieder, teils unregelmäßig, in Berlin besuchte. Mit der Blockflöte als 6-jähriges Kind beginnend, wurde später die Querflöte das bestimmende Instrument. An der Musikhochschule „Hanns Eisler“ konnte er die professionelle Ausbildung 1953 abschließen. Erste Engagements führten u. a. nach Senftenberg, zum Loh-Orchester Sondershausen, dann nach Weimar. Im Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin, dem ältesten Rundfunkorchester Deutschlands, wurde er heimisch, war als Soloflötist bis 1998 präsent. Er spielte unter den Chefdirigenten Hermann Abendroth, Rolf Kleinert, Helmut Koch, Heinz Rögner und Rafael Frühbeck de Burgos wie unter manch namhaften Gast am Pult des traditionsreichen Ensembles. Mit dem Orchester ging es auch auf Tournee, allein fünfmal nach Japan, nach Frankreich, Italien, Liechtenstein, der Schweiz, nach Belgien, in die UdSSR, nach Bulgarien, Dänemark, England, Finnland, Spanien und Irland. Den Wechsel von der DDR zur Bundesrepublik konnte das renommierte Orchester fast unbeschadet überstehen. In den sechziger Jahren zum Kammervirtuosen ernannt, konnte er an der Hochschule für Musik, an der er einst ausgebildet worden war, seine Erfahrungen an viele Studenten weitergeben, bis es ihm weh tat, dass die Absolventen kaum noch Stellen bekamen. Hatten es zuvor einige an herausragende Positionen geschafft (Soloflötist der Berliner Staatsoper), wurde mit den 90er Jahren das Überangebot an Konkurrenz erdrückend. Nun im Ruhestand bleibt Dietrich Hoenow mehr Zeit für die vielen Hobbys, für das Segeln (manche Regatta hatte er mitgemacht, manchen Sieg eingesegelt), für das Filmen und Fotografieren, für das Reisen mit seiner zweiten Frau (Heirat 1998) und seiner Tochter. Viele Länder wie China, Vietnam, Indien, Peru, Ägypten, Tunesien, Neuseeland und andere hat er erleben können und im Film auf DVD dokumentiert. Heute ist er montags beim Volksliedersingen zu finden, dienstags beim Schachspielen, mittwochs wurde lange Jahre gewandert, 20 bis 25 km. Die Musik, insbesondere die Freude an der Kammermusik blieb dazu ein selbstverständlicher Teil seines Daseins. Drei Kinder und drei Enkel konnten sein Leben bereichern.
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