MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Hirschel
Als Offizier, Lehrer, Projektbetreuer „Spuren hinterlassen“
Pensionär Allee der Kosmonauten 52 12681 Berlin
Äußerst kommunikativ, findet er schnell Kontakt zu anderen Menschen. Er ist in der DDR gesellschaftlich sehr aktiv gewesen. Bis heute handelt er nach seinem Motto: „Üb` immer Treu und Redlichkeit bis an Dein kühles Grab und weiche keinen Finger breit von Deinem Wege ab.“ Pensionär Manfred Hirschel ist stolz, dass er „in der DDR Spuren hinterlassen“ hat.
1935 in Rudolstadt geboren, geht er 1949 in die Lehre als Kürschner. 1951 schließt er in Erfurt die Lehre ab und arbeitet in diesem Beruf. Schon während der Lehre als FDJ-Sekretär aktiv, studiert er an der Offiziersschule der NVA, nachdem er an der Abendschule das Abitur abgelegt hat und beginnt er sein Fernstudium. Er hat das Glück, noch Vorlesungen bei Feldmarschall Paulus hören zu können. Willi Stoph ernennt ihn zum Offizier. In vielen Orten der DDR ist er stationiert. Er ist an der ersten Raketenaufstellung auf dem Gebiet der DDR beteiligt. Ins Oberste Kommando befördert, ist er für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Es gilt, die Verbindung zu den zivilen Breichen herzustellen sowie zu den befreundeten Waffenbrüdern bei der Luftverteidigung. Als Berater, Kontrolleur und leitender Offizier nimmt er an den Manövern teil (letztes Manöver unter dem Kommando von Jaruselski) Die Waffenbrüderschaft funktioniert perfekt. Auch in der Kommission für besondere Vorkommnisse (z. B. Flugzeugabstürze) ist Offizier Manfred Hirschel tätig.
Das Fernstudium in Leipzig und an der Humboldt-Universität Berlin schließt er als Diplomlehrer für Gesellschaftswissenschaften ab. 1978 verlässt er die Bewaffneten Organe.
Zunächst als Lehrgangsleiter in der Staatlichen Plankommission im Bereich Weiterbildung beschäftigt, wechselt er dann als Gutachter in den Bereich Investitionen. Dass letzte, von ihm betreute, Projekt ist das Spanplattenwerk mit neuer Technologie. Von der Idee über die Planung bis zur Bauentscheidung, von der Kontrolle bis zur Versorgung ist er bei diesem hoch angebundenen Projekt dabei.
Er hat das Staatsexamen in Sprachen, verehrt die Klassiker Goethe und Schiller, kennt Helene Weigel und Eva-Maria Hagen ganz privat. Mit Vergnügen löst der Pensionär Kreuzworträtsel und führt „mit Freunden gute Gespräche.“ Der Thüringer pflegt die Sitten und Gebräuche, vor allem die Mundart seines Landes. Glück bedeutet für den 77-Jährigen: „dass ich noch mit meiner Frau zusammen bin und alles, was ich mir vornahm, geschafft habe.“