MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Joachim und Helga Heßler

Das Beste aus dem Leben gemacht

Joachim und Helga Heßler

Diplomingenieur
Büroangestellte
Goldbornstr. 7
04736 Waldheim

Zum Besten ihres Lebens gehört für das Ehepaar Heßler ihre Liebe, die gemeinsame Harmonie und das große gegenseitige Verständnis. Damit sind sie nun schon in die diamantenen Ehejahre gekommen. Der Anfang sehr bescheiden. Zur Eheschließung ging es zu Fuß 1957 bis zum Standesamt. In der Wohnungsgenossenschaft Waldheim bekamen sie 1961 eine Wohnung. Ihre beiden Söhne Ralf und Uwe wurden 1963 und 1968 geboren. Joachim Heßler wurde 1933 als einziges Kind geboren. Die Eltern hatte eine Bäckerei. Der Vater wurde alsbald zum Wehrdienst eingezogen. Es folgten harte Jahre. Eine Kindheit die von viel Leid, Hunger und Entbehrungen infolge des Krieges geprägt war. Der Vater kam erst 1952 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heim. 1948 lernte Joachim Heßler den Beruf Metallzerspaner. Nach der Heirat 1956 arbeitete er als Meßgerätewart. Nach der zweijährigen Abendschule wurde er Meister der Volkseigenen Industrie. Die Anforderungen stiegen, deshalb wurde er nach Externstudium 1970 Ingenieur des Elektromaschinenbaus. Zehn Jahre später bekam er für seine Diplomarbeit an der Ingenieurhochschule Mittweida die Ernennung zum Diplomingenieur. Doch 1991 kam mit dem Ende der DDR auch das Aus für den VEB Elmo Hartha. Damit auch der Ruhestand nach 33 Jahren reger Tätigkeit. Helga Heßler, geb. Schwichtenberg, wurde 1932 als mittlere von drei Geschwistern, im pommerschen Bussin Kreis Schlawe geboren. Ihre Eltern hatten einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb mit Ackerbau und Viehzucht. Nach dem Kriegsende hatten viele Menschen Pommern bereits verlassen. Die verbliebenen Einwohner wurden mit Waffengewalt von den Sowjetsoldaten in die nahegelegene Kreisstadt gebracht. Hier erfolgte eine Teilung in zwei Gruppen. In der einen Gruppe waren alle arbeitsfähigen Männer und Frauen, in der anderen Gruppe waren die Alten und die Kinder. Die arbeitsfähigen mussten sich mit unbekanntem Ziel in Marsch setzen. Die Alten mit den heulenden Kinder wurden ihrem Schicksal überlassen. Die Abgeführten wurden in Güterwagen verladen und kehrten nicht zurück. Helga, ihre Geschwister, ihre Oma sowie all die anderen Kinder haben ihre Eltern nie wiedergesehen. Mit ihren Geschwistern musste Helga mit ihrer Oma noch zwei Jahre bei den inzwischen angesiedelten Polen verbleiben. Erst 1947 bot sich die Möglichkeit Pommern zu verlassen. Danach bekamen sie in Ehrenberg bei Waldheim ein Zimmer. Die erste Arbeitsstelle war Haushaltshilfe. Danach arbeitete sie im VEB Baumwollspinnerei Weißthal drei Jahre an der Spinnmaschine. Aber durch einen Befund beim Reihenröntgen musste sie wegen eine schweren TBC Erkrankung 1952 für drei Jahre in mehrere Lungenheilstätten. Nach ihrer Genesung war sie einige Jahre Näherin tätig. Anschließend arbeitete sie VEB Papierfabrik Kriebstein. Von 1975 an war sie, bis zur Werksschließung nach der Wende 1989, im VEB Elmo Hartha in der Ökonomie tätig. 50 Jahre dient der Kleingarten der Familie zur Freude und Entspannung. Einmal im Monat rollt noch die Bowlingkugel.
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