MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rosemarie und Klaus Hiltrop
Wer sagt „Es geht ein Zug nach nirgendwo“ ?!
Saalestr. 38
06846 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 615235
Rosemarie Hiltrop (geb. 1942) korrigierte im Leben stets ihre Entscheidungen sofort und rigoros, stellten sich diese als fehlerhaft heraus. Mit dieser Eigenschaft känzelte sie nach dem Schulbesuch 1948–1960 und abgelegtem Abitur kurzerhand das aufgenommene Lehrerstudium, ließ sich 1960–1962 an der Medizinischen Fachschule Dessau-Alten zur Krankenschwester ausbilden und arbeitete drei Jahre im Beruf. Doch angekommen fühlte sie sich auch hier nicht. Zahlen waren ihre Welt, mit ihnen wollte sie arbeiten. Die Arbeitsaufnahme als Sachbearbeiterin im Finanzamt ermöglichte ihr die Durchführung eines Fernstudiums an der Finanzhochschule Gotha (1966–1970). Keine einfache Zeit, denn indessen Ehefrau (Heirat 1964) und Mutter (Sohn Jörg 1967 geboren, Sozialpädagoge), waren familiäre Pflichten, Arbeit und Studium unter einen Hut zu bringen. 1970 schlug sie beruflich neue Wege ein, weil die persönliche Weiterentwicklung stagnierte und die Trennung vom Ehemann Veränderungswünsche mit sich brachten. Im VEB Ipro Dessau nahm sie am 01.01.1971 eine Tätigkeit als Finanzbuchhalterin auf, wurde innerhalb kürzester Zeit Stellvertreter des Hauptbuchhalters und auf Grund betrieblicher Belange für ein Jahr mit den Aufgaben des Hauptbuchhalters betraut. Eine große Herausforderung mit viel Lernpotential, die nachhaltige Erfüllung durch die erfolgreiche Bewältigung mit sich brachte. Nach der Wende nahm sie ihre Geschicke schnell wieder in die eigenen Hände. „Viele die abgewartet haben in den Betrieben waren die Verlierer“, erzählt sie heute und davon sich selbst immer wieder neu beworben zu haben und nach zwei Stellen als Prokuristin letztendlich in der Stadtkasse ab 01.01.1992 bis zur Rente 2004 als Amtsleiterin fungiert zu haben. Eine starke und konsequente Frau, die sich nie aufhalten ließ, nie fremd beeinflussen ließ und dem Rat der Mutter gefolgt war, sich niemals in eine finanzielle oder andere Abhängigkeit von einem Mann zu geben. Das bekam auch Klaus Hiltrop zu spüren, der nach Scheidung der ersten Ehe 20 Jahre brauchte um seine Frau ein zweites mal für sich zu gewinnen und sie 1990 endlich erneut heiraten konnte. Er, 1941 geboren, besuchte die Grund- und Erweiterte Oberschule bis zur 10. Klasse, lernte danach im RAW Dessau den Beruf Betriebsschlosser (Abschluss 1959) und absolvierte im Anschluss die Ingenieur-Schule Dresden mittels eines kombinierten Studiums (vier Jahre, wechselnd ½ Jahr Direkt-, ½ Jahr Fernstudium und umfassende Praxisvermittlung mit A-Dienst-Ausbildungsabschluss). 1964–1967 eigesetzt als Gruppenleiter Fahrzeugunterhaltung im Bahnbetriebswerk, arbeitete er 1967–1976 als Entwicklungsingenieur in der Versuchsanstalt. In der Arbeit am Reißbrett sah er trotz spannender Aufgaben nicht seine Zukunft. 1976–1977 wurde er Triebfahrzeugkontrolleur der Verwaltung Maschinenwirtschaft der Reichsbahndirektion Halle, danach bis 1981 Hauptingenieur im Bahnbetriebswerk Halle. Tätigkeiten als Leiter des Reichsbahnkraftwerks Muldenstein, als Leiter ZEBIS, Betriebsingenieur und Leiter des Bahnhofsmanagements Bitterfeld folgten, bevor er 2005 aus seiner letzten Tätigkeit als Bitterfelder Bahnhofsmanager und im Dienstrang Hauptrat durch Bürgermeister, Vorstand der Personenbahnhöfe der Deutschen Bahn AG, Kommunalvertretern, Arbeitskollegen und Freunden würdevoll in den Ruhestand verabschiedet wurde. Der Lokführer, Ausbilder von Lokführern, Entwickler, Vorreiter, Manager, Leiter.... ausgezeichnet mit dem Banner der Arbeit, steuerte seinen Zug nun in den familiäre Freizeitbahnhof. Er ist stolz auf seine Familie, glücklich seine Frau ein zweites mal geheiratet zu haben, mit ihr vom gemeinsamen Sohn zwei Enkel (Julia und Toni) geschenkt bekommen zu haben und dass sie sich mit seiner Tochter Brit (Bankkauffrau) so gut versteht. Gemeinsam sind sie seit 1996 im Schützenverein aktiv und während er wieder Führungsaufgaben übernommen und für Erfolge des Vereins gesorgt hat (wovon viele erhaltene Auszeichnungen zeugen), hat Rosemarie bereits als Schützenkönigin Lorbeeren sammeln können. Sie ergänzen sich eben gut, die beiden, haben es verstanden als zwei „Alpha- Menschen“ schließlich doch einen gemeinsamen Weg zu finden.