MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ernst-Günter Hill
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BMSR-Mechaniker
Humboldtstr. 10
01589 Riesa
Dies hat er vom Vater gelernt: Auch wenn das Leben manch Hindernis bietet, aufgeben gilt nicht. Geboren wurde Ernst-Günter Hill in einem Eisenbahnwagon im Januar 1945. Da der Flüchtlingszug aus Oberschlesien dann in der Station Bielitz hielt, ging es dort ins Krankenhaus. So ist als Geburtsort Bielitz eingetragen. Die Eltern waren als Landwirte ansässig, doch nach dem Krieg fanden sie sich in Riesa wieder, der Vater kehrte erst 1946 aus Kriegsgefangenschaft zurück. Ernst-Günter Hill wuchs mit einer jüngeren Schwester auf, besuchte ab 1952 die Schule im Riesaer Ortsteil Weida, schloss die 10. Klasse an der POS „Friedrich Engels“ in Riesa-Gröba ab. Frühe gesundheitliche Probleme führten zur Aufgabe des in jungen Jahren betriebenen Judosports und ließen die Überlegung reifen, aus klimatischen Gründen an die See zu wechseln. Doch als die Absage kam, stand er ohne Lehrstelle da, bis sich eine dreijährige Lehre als Betriebs-, Mess-, Steuer- und Regelungsmechaniker (BMSR-Mechaniker) ergab, die er im Internat des VEB Deutsches Hydrierwerk Rodleben (bei Dessau-Roßlau) absolvierte. Danach fand er bis 1978 im Aropharmwerk Riesa diesbezügliche Aufgaben. Dann wechselte er wegen des besseren Verdienstes zum VEB Robotron-Elektronik, nahm den Drei-Schicht-Betrieb in Kauf. Als die sozialistische Planwirtschaft 1990 an ihr Ende kam, wurde sein Arbeitsplatz als überflüssig angesehen, 1991 fand er Arbeit in Gütersloh, erst bei Reckersdrees (Fenster und Türen), die er gesundheitlich nicht lange durchstehen konnte, dann bei der Sicherheitsfirma Raab-Karcher. Doch inzwischen hatten Frau und Tochter in einem Rüdesheimer Wirtshaus als Kellnerinnen Arbeit gefunden, so kam auch Ernst-Günter Hill an den Rhein, wurde Hausmeister und Buffetier im dortigen „Lindenwirt“, arbeitete dann bis zum Renteneintritt 2005 als Pförtner in einer Glashütte in Budenheim am Rhein. Als er danach zurück nach Riesa ging, kam es zur räumlichen Trennung von seiner Frau Monika (Heirat 1965), die dann im Jahr 2007 verstarb. Tochter Kerstin (Jahrgang 1965), die Frau Monika mit in die Ehe gebracht hatte, erweiterte die Familie um einen Enkelsohn.
1972 hatte Ernst-Günter Hill erstmals einen Garten bewirtschaftet, den er zwischenzeitlich aufgeben musste. Seit er wieder in Riesa lebt, ist die Arbeit im Garten sein schönster Zeitvertreib. Nur dem müden Körper muss er gelegentlich Tribut zollen.