MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heinz und Anneliese Heydenreich
Das eigene Heim und der anderen Glück
Bäckermeister
Harzbergstr. 4
08239 Trieb
Fon: 037463 / 89446
Die Familie Heydenreich ist dem sächsischen Vogtland in höchstem Maße verbunden. Für Heinz Heydenreich begann der Weg ins Leben 1931 in der Kreisstadt Plauen, wo er auch die Schule bis zur 8. Klasse besuchte (1937–1945). Der Sohn einer Bäckermeisterfamilie musste erleben, wie die Stadt bombardiert wurde. Deshalb ging es 1945 in den Ort Trieb (heute Ortsteil der Stadt Falkenstein / Vogtland), wo der Großvater mit seiner Bäckerei die örtliche Kundschaft versorgte. Hier stieg der Vater nun mit ein, Sohn Heinz wurde Bäckerlehrling. So vererbten sich Backstube und Laden inzwischen in die vierte Generation, denn der Vater übernahm das Geschäft, übertrug es 1961 an Heinz Heydenreich, der es wiederum 1996 an seinen Sohn Ulrich weiterreichen konnte. Heinz Heydenreich hatte 1948 die Gesellenprüfung abgelegt, konnte 1952 in Zwickau den Meisterbrief seines Handwerks in Empfang nehmen.
„Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück.“ Diesen Spruch der deutschen Dichterin Marie Calm hat sich Familie Heydenreich ins Haus gehängt, das Glück, das sie anderen Menschen geben konnten, war in erster Linie wohl das täglich lebensnotwendige Brot (und natürlich Kuchen und Torte), aber ebenso die Gemeinschaft in Verwandtschaft und örtlicher Nachbarschaft. So können beide nun dankbar auf über 60 gemeinsame Jahre zurückblicken, diamanten verklärt (Heirat 1954). Die beiden Kinder (Sohn Ulrich, Bäckermeister und Tochter Agnes, Konditorin) bescherten ihnen dazu sechs Enkel und drei Urenkel. Anneliese Heydenreich, geborene Viol, Jahrgang 1934, stammt aus Hundsgrün (inzwischen Ortsteil von Eichigt im Vogtland). Sie trug als Verkäuferin zum geschäftlichen Geschehen bei, beide können sie seit 1996 ihr Rentnerdasein genießen, verschönt durch Reisen in die Ferne, ans Nordkap, nach Irland oder in die Alpen. Treue zeichnete Heinz Heydenreich auch bei dem Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr von Trieb aus. Von 1953–1996 war er als Wehrleiter aktiv, trifft sich heute noch monatlich mit den Kameraden. Stolz verweist er auf seinen Bruder Johannes, der statt im Handwerk eine wissenschaftliche Karriere machen durfte, als Professor an der Martin-Luther-Universität in Halle / Saale lehrte, zuletzt dazu das dortige Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik leitete.