MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gottfried Herrmann
In Würde alt werden
Diplomagrarpädagoge
99510 Niederroßla
Gottfried Herrmann kam am 23.10.1943 im niederschlesischen Niederbilau als Bauernsohn zur Welt. Nach der Vertreibung 1945 kam die Familie zunächst auf der anderen Seite der Neiße bei Verwandten unter. Sie wurden aber anschließend ins Mansfelder Land verschlagen, wo die Eltern einen Neubauernhof übernahmen. „Hier bin ich aufgewachsen und sechs Jahre in die Schule gegangen“, erzählt Gottfried Herrmann. 1956 kaufte sein Vater einen eigenen Bauernhof in Seena bei Eckartsberga. Nach der 8. Klasse war sein Berufswunsch, Landwirt zu werden, geweckt und er begann in Schulpforta eine 3-jährige Lehre. Mit dem Beruf Facharbeiter für Landwirtschaft, einschließlich Abschluss der 10. Klasse, schloss er die Ausbildung mit Auszeichnung ab. Anschließend studierte er drei Jahre an der Fachschule in Naumburg und schloss dieses Studium als staatlich geprüfter Landwirt ab. „Da es in Mecklenburg Probleme mit den jungen LPG gab, mussten wir Absolventen mindestens für ein Jahr aushelfen. Also arbeitete ich in Jacobshagen, bei Templin, als Brigadier für Viehzucht“ berichtet Gottfried Herrmann. In dieser Zeit lernte er auch seine zukünftige Frau Heidelore (Landwirtin) kennen, die er 1965 heiratete. Mit Ronald (*1966 Bauingenieur), Volker (*1968 Diplomernährungswissenschaftler) und Verena (*1969 Sozialversicherungsfachangestellte) hat das Paar drei Kinder und sechs Enkel. Nach dem Wehrdienst zog die junge Familie 1967 auf den elterlichen Hof in Seena, wo Gottfried Herrmann als Brigadier in der Viehzucht der LPG Typ I tätig war. „Leider hat mich das beruflich nicht ausgefüllt“ gesteht er, folgte seinem lange gehegten Wunsch, Lehrer zu werden und ging zur Kreislandwirtschaftsschule nach Apolda. Er absolvierte ein 2-jähriges pädagogisches Fernstudium in Berlin und beendete dieses als Berufsschullehrer. Seine Fächer, die er bis 1990 unterrichtete, waren Betriebswirtschaft und Viehzucht. Mitte der 70er Jahre nahm er an der Universität in Leipzig ein 5-jähriges Fernstudium auf und beendete es mit dem Abschluss als Diplomagrarpädagoge. Ab 1982 war er dann auch Schulleiter der Kreislandwirtschaftsschule. 1974 bezog er übrigens mit seiner Familie das neue Einfamilienhaus in Niederroßla. 1990 hat man im Thüringer Landwirtschaftsministerium beschlossen, als nachgeordnete Einrichtung das „Thüringer Bildungsseminar für Landwirtschaft“ in Guthmannshausen zu gründen. Hier arbeitete Gottfried Herrmann bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2004 als Dienststellenleiter.
Als Rentner erfüllte er sich noch einen Kindheitstraum und lernte Akkordeon spielen. Auch mit dem Fahrradverein „Gemütlichkeit“ ist er gern unterwegs. Ansonsten verbringt Gottfried Herrmann seine Freizeit am liebsten mit der Familie und Freunden und wünscht sich in Würde alt zu werden.