MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Margit Hertwig

Die Familie geht über alles

Margit Hertwig

Pensionärin
Hauptstr. 89
09648 Altmittweida

Als im Sternbild des Krebses Geborene, ist Margit Hertwig in ihrem Umfeld fast ausschließlich von Stieren umgeben, denen bekanntlich ein gewisser Eigensinn nachgesagt wird. Sie allerdings macht ihrem Tierkreiszeichen alle Ehre. Die Krebsfrau ist gefühlvoll, häuslich und fürsorglich und die Familie geht über alles. Das Licht der Welt erblickte Margit Hertwig am 02.07.1939 in Radowenz im Sudetenland. Vater war 1943 gefallen.. Drei Jahre später wurde die Familie vertrieben und Mutter war gezwungen, mit ihr, dem kleineren Bruder sowie der eigenen Mutter das Land zu verlassen. Nach entsetzlicher Fahrt auf dem Güterwagen kamen die Vier in Hagenow an und mussten in Baracken kampieren. Da die Mutter Weberin war, ging die Familie nach Mittweida – eine Hochburg der Textilindustrie. Auch hier diente lediglich ein Strohlager als Schlafgelegenheit, bis sie 1952 einen einzigen Raum zugewiesen bekamen. Noch in Mecklenburg eingeschult, konnte die Schule in Mittweida fortgesetzt werden. Margit Hertwig ließ sich zur Säuglingspflegerin ausbilden und begann ein Fachschulstudium. Dieses musste sie aufgrund von Krankheit ihrer Mutter nach neun Monaten abbrechen. Sie lernte ihren späteren Ehemann Friedrich kennen, der als Weber in der Möbelstoff- und Plüschweberei angestellt war. Da sie selber nur über einen Verdienst von 200 Mark verfügte, wechselte sie ebenfalls an dieses Werk. Tochter Andrea wurde geboren. In Ermangelung von Kindereinrichtungen blieb sie für ihr Töchterchen vorerst zu Hause und wechselte nach erneutem Berufseinstieg in die Gastronomie. Unmenschliche Arbeitszeiten vom frühen Morgen bis spät in die Nacht wurden nicht nur für sie selber zur Strapaze. Auch die Familie litt unter der Abwesenheit der Mutter. Begeisterter war Margit Hertwig von ihrem neuen Arbeitsplatz. 1972 übernahm sie den HO-Imbiss am Markt und blieb bis zu dessen Schließung 1991 dort beschäftigt. Die letzte Berufsstation führte sie als Verkäuferin zum Tempo-Markt. Mit 57 Jahren ging sie in den Vorruhestand. Mit ihrem Friedrich war sie tief verbunden. Neben seinem Beruf betrieb er eine Ponyzucht, verfügte zeitweise auch über Fjordpferde sowie über ein American Quarter Horse und ging in seinem „Steckenpferd“ auf. 2013 verstorben, schwärmt Margit Hertwig noch immer von ihm. Auch er war ein Mensch, der immer für die Familie da war und sie vermisst ihn tagtäglich. Ganzer Stolz der Krebsfrau sind Tochter und Enkelkind – Menschen, denen ihre ganze Liebe und Fürsorge gilt.
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