MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dipl.-Ing. Klaus Herrmann
Das Leben ist eine Baustelle
Dipl.-Ing. für Bauwesen
Albrecht-Achilles-Straße 10 10709 Berlin Fon: 030 / 24727556
Im sächsischen Radeberg wurde Klaus Herrmann 1937 geboren. Nach seiner Grundschulzeit begann er 1951 eine dreijährige Lehre als Steinsetzer. Anschließend drückt er noch einmal drei Jahre die Schulbank, um auf der Arbeiter- und Bauern-Fakultät in Dresden 1957 sein Abitur zu bekommen. Damit beginnt Klaus Herrmann sein Bauingenieurstudium an der Technischen Hochschule Dresden. 1960 heiratet der Student und zieht als Dipl.-Ing. für Wasserbau 1963 nach Berlin. Als Qualitätskontrolleur im Baubetrieb ist Klaus Herrmann in Berlin und Strausberg aktiv. Bis 1967 fungiert er als Statiker beim Ministerium für nationale Verteidigung. Dann wechselt er ins Ministerium für Bauwesen. In der staatlichen Bauaufsicht ist Klaus Herrmann für neue Bauverfahren, neue Materialien sowie Bauschäden an Wohn- und Industriebauten zuständig. 1982 verlässt er Berlin in östlicher Richtung. Er folgt dem Ruf der Freien Deutschen Jugend (FDJ) an die Trasse. An dieser Erdgasleitung „Druschba“ (Freundschaft) übernimmt er in der ukrainischen Sowjetrepublik drei Jahre die Qualitätskontrolle. Auch am Ural hinterließ Klaus Herrmann seine Trassenspuren. In dieser Zeit übersetzt er auch viele Projekte ins Russische. 1984 kehrt der Bauingenieur nach Berlin zurück und arbeitet bei der Bauaufsicht im Außenministerium. Vor Ort kontrolliert er die DDR-Botschaftsneubauten in Bulgarien, Jemen, der Sowjetunion und Ungarn. Für seine Leistungen wurde Klaus Herrmann mit dem Orden „Banner der Arbeit“ geehrt. Ab 1990 lernte er bei der Prüfung der Umbauarbeiten für den 1. Metromarkt in Ostberlin das Bautempo der neuen Zeit kennen. Und wieder zieht es ihn in den Osten. Beim Philipp-Holzmann-Konzern übernimmt er Aufgaben der Qualitätskontrolle im komplexen Wohnungsbau beim Bau der Wohngebiete für russische Offiziere in der ehemaligen Sowjetunion. So war er im Kaukasus, am Ural, in St. Petersburg und Moskau tätig. Seine Kontrolltätigkeit führt ihn schließlich auf die größte Baustelle seines Lebens – zum Euphrat-Staudamm in der Türkei. Dort ist er bis 1999 beschäftigt. Dann beauftragt ihn die Deutsche Eisenbahnconsulting mit der Qualitätsprüfung eines Baues für die Hochgeschwindigkeitsstrecke in Südkorea – mit Brücken-, Erdbau- und Tunnelkonstruktionen. „Wofür ich Verantwortung habe, muss Bestand haben“, formuliert Klaus Herrmann seine Berufsphilosophie klar. Neue technische Lösungen zu finden und auftretende Probleme zu lösen sind seine Spezialität. Und so blickt er voller Stolz auf sein bisheriges Lebenswerk zurück, dass faktisch nur aus Baustellen bestand. Seit 1999 lebt er in zweiter Ehe mit seiner Frau Rita zusammen. Mit ihr verbringt er die Freizeit am liebsten. Doch der Vater dreier Kinder und Opa eines Enkels trifft sich auch gern mit Freunden, liebt Spaziergänge und liest vorrangig Historisches.