MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gudrun und Wolfgang Henschke
Gemeinsam durch viele Jahre
Zootechnikerin
Gärtner für Obstbau
Jessen 12
01623 Lommatzsch
In Jessen (heute nach Lommatzsch eingemeindet) kam Wolfgang Henschke 1950 zur Welt. Die Lommatzscher Pflege in Sachsen, ein durch Landwirtschaft und Obstbau geprägtes Gebiet, blieb seine Heimat fürs ganze Leben. Auch seine Eltern waren in der Landwirtschaft tätig. Er wuchs als Zweiter von vier Geschwistern auf. Die Schule in Lommatzsch besuchte er (unterbrochen durch ein von Krankheit bestimmtes Jahr) von 1956–1967. Zwei Jahre dauerte seine Lehre als Gärtner für Obstbau im Volkseigenen Gut (VEG) Koitzsch bei Königsbrück, eine Zeit, in der er vor allem als Traktorfahrer eingesetzt war. Als Fahrer brauchte ihn auch die Armee, für die er seinen anderthalbjährigen Pflichtwehrdienst in Weißwasser absolvierte. Zurück in heimatlichen Gefilden begann er bei der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) „Neue Heimat“ in Jessen. Anfangs im Obstbau eingesetzt, wechselte er dann jedoch für rund zwanzig Jahre in den großen Rinderstall (in den ersten Jahren als Rinderoffenstall betrieben) im Nachbarflecken Pitschütz. Mit dem Ende der DDR wandelte sich die LPG in die Rechtsform einer e. G. Wolfgang Henschke blieb nur noch kurz dabei, der städtische Bauhof von Lommatzsch brauchte einen Unimog-Fahrer. Später bot ihm die Stadtverwaltung an, als Hausmeister einer Schule zu wirken. Mit Altersteilzeitregelung ging er 2015 in Rente. In zweiter Ehe (die erste hielt nur kurz) ist er seit 1979 mit Frau Gudrun verheiratet. Sie wurde als Gudrun Krönert 1958 in Riesa geboren, wuchs mit einem Bruder und einer Schwester auf. Ihr Vater war Fluglehrer für Motorsport, die Mutter arbeitete als Wirtschaftsleiterin im Krankenhaus. Ihren zehnjährigen Schulbesuch in der Heimatstadt beendete sie 1975, um danach eine zweijährige Lehre Zootechniker / Mechanisator im VEG Kalkreuth aufzunehmen, denn etwas mit Tieren war ihr Wunsch. Nach der Ausbildung ging sie zurück in die Heimat, fing bei derselben LPG an wie ihr späterer Mann, so haben sich beide gefunden. Auch ihr blieb der Rinderstall von Pitschütz jahrelang Arbeitsort, nur wurde ihr (wie vielen der weiblichen Beschäftigten) bei den Neustrukturierungen nach dem Ende der DDR gekündigt. Nach kurzer Arbeitslosigkeit und Umschulung zur Haus- und Familienpflegerin fand sie für neun Jahre erfüllte Arbeit als Sprechstundenhilfe bei einem Allgemeinmediziner. Als dieser in den Ruhestand wechselte, suchte sie neue Aufgaben in der Tagespflege und letztendlich bis heute beim Lebenshilfe Meißen e. V., wo es gilt, für geistig und körperlich Schwerstbehinderte da zu sein. Die gemeinsamen Kinder Romy (Jahrgang 1981) und Martin (1983), die beiden Enkelkinder bereichern das Leben des Ehepaars ebenso wie seine Liebe zur Aquaristik und die Gartenarbeit.