MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Bärbel Hermann

Zielstrebig das Leben gemeistert

Bärbel Hermann

Steno-Phono-Typistin
Sekretärin
Thomas-Müntzer-Siedlung 36
09661 Hainichen

Als Älteste von insgesamt vier Geschwistern wuchs sie als Bärbel Gudde in bescheidenen Verhältnissen auf. Der Vater arbeitete als Maurer, die Mutter in der Textilindustrie und als Verkäuferin. Heu machen, Äpfel aufsammeln, Hasen füttern gehörte zu den Aufgaben ihrer Jugend. Die Polytechnische Oberschule (POS) „Eduard Feldner“ in Hainichen besuchte sie zehn Jahre bis zum Abschluss 1970. Danach folgte eine zweijährige Ausbildung zur Steno-Phono-Typistin beim Rat für Landwirtschaft im Kreis Hainichen. Im zweiten Lehrjahr kam schon Tochter Mandy zur Welt. Danach ging es ins unweit gelegene Böhrigen zu den Schwiegereltern, denn sie hatte anfangs keinen Krippenplatz. Als dieser zur Verfügung stand, fand sich ein Job als Sekretärin in der örtlichen Weberei. Als sie sich nach zehn Jahren nach anderen Möglichkeiten umsehen wollte, fing sie erst im Technikbüro des VEB Vliestextilien Hainichen an, wechselte aber bald ins Ziegelwerk, in dem sie für elf Jahre zufriedene Aufgaben fand, ehe sie 1994 (die Firma wurde zwischenzeitlich von einem Augsburger Investor übernommen) bei der Reduzierung der Belegschaft unerwartet ihre Kündigung bekam. In den nächsten Jahren hielt sie sich mit kleinen Nebenjobs (u. a. als Kassiererin im Supermarkt) über Wasser. Dann fand sich in einer Hainicher Bäckerei, Filiale in Frankenberg für siebeneinhalb Jahre anstrengende Arbeit mit frühem Aufstehen und Sonnabendeinsatz. Etwa ruhiger wurde es, als sie im Frankenberger Lindenbad anfangen konnte, wo sie bis zum Jahresende 2016 für die Betreuung der Hallen- und Saunagäste zuständig war. Dann war nach 46 Arbeitsjahren der Ruhestand wohlverdient. Seit 1972 stand Manfred Hermann an ihrer Seite. Aus dem Kennenlernen beim Tanz im Berbersdorfer Gasthof „Zum Jugendtanz“ wurden nun schon fünfundvierzig gemeinsame Jahre. Er gestaltete als Maurer sein Berufsleben, bis im Jahr 2002 gesundheitliche Gründe zum Rückzug aus der Erwerbsarbeit zwangen. Nach Tochter Mandy folgte 1978 noch Sohn Lars. Drei Enkelkinder erfreuen Bärbel und Manfred Hermann. Mit dem Ehrgeiz und ihrer Zielstrebigkeit, die sie auch im Arbeitsleben zur Geltung bringen konnte, hatte sie 1990 den Führerschein gemacht, bis dahin besaß die Familie kein Auto. Bis heute gelten ihre Anstrengungen dem naheliegenden Garten und selbstverständlich ist ihre stetige Fürsorge ihrem Mann eine große Hilfe. Am 07.11.2017 ist Bärbel Hermann in den Striegistaler Chor eingetreten. So wie ihre Mutter das Leben gemeistert hat, ist auch Bärbel Hermann jemand, dem auch schwere Zeiten nichts anhaben können. Das Beste aus jedem Tag zu machen, ist ihr aktiv gelebter Anspruch.
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