MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Konrad und Karla Herdling

Alles im Leben durch eigene Arbeit organisiert und geschaffen

Konrad und Karla Herdling

Facharbeiter für Landwirtschaft und Berufskraftfahrer
Lehrerin
An der Mulde 8
04680 Colditz OT Tanndorf

Konrad und Karla Herdling sind seit 1967 verheiratet, kennen gelernt haben sie sich beim Tanzen. Der Sohn Holger kommt 1970 zur Welt und erlernt den Beruf eines Tischlers, zwei Jahre später folgt Torsten, der den Beruf eines Bäckers erlernt. Die regelmäßigen Familienfeste mit Cousins und Cousinen sind eine feste Tradition bei den Herdlings. Konrad Herdling wird am 11. Januar 1941 in Tanndorf geboren und wächst als Einzelkind mit Mutter auf. Gern denkt er an eine schöne Kindheit zurück, die Familie wohnt an der Mulde, die Mutter und der Opa bewirtschaften einen eigenen Bauernhof. Auch der Sohn und Enkel entscheidet sich dafür, legt 1957 nach drei Jahren Ausbildung die Prüfungen ab und bereitet sich auf die Übernahme des Hofes vor. Doch die LPG-Gründung macht ihm einen Strich durch die Rechnung. „Die Werber waren einfach nur Spitzbuben, sie kamen früh um sieben unangemeldet in die Wohnung und verkündeten, sie würden so lange bleiben, bis jeder unterschrieben habe“, erinnert sich Konrad Herdling an sehr unschöne Erlebnisse. Dann trifft ihn auch die 1962 eingeführte Wehrplicht. Nach deren Ende will er nicht in die Landwirtschaft zurück, wird zunächst drei Monate von keinem Betrieb eingestellt und kommt schließlich bis 1967 als Kraftfahrer im Gleisbaubetrieb Dresden unter. Später arbeitet er bei einem privaten Fuhrunternehmen als Busfahrer, muss auch hier 1972 eine erneute „Zwangskollektivierung“ erleben, kündigt, ist in verschiedenen Betrieben tätig und geht nach zehn Jahren als Glas- und Gebäudereiniger und einem Jahr Arbeitslosigkeit 2004 in die Rente. Karla Herdling wird am 8. Februar 1939 in Leisnig zusammen mit ihrer Zwillingsschwester geboren, die Mutter achtet darauf, dass sie immer gleich angezogen sind. Die Tochter spricht mit Hochachtung von ihrer Mutter, die ihren Kindern trotz der Not der Nachkriegszeit eine schöne Kindheit ermöglicht hat. „Man kann die Leistungen der Frauen in diesen Jahren überhaupt nicht hoch genug schätzen“, meint sie. So kann sie zwölf Jahre zur Schule gehen und nach dem Abitur ein Pädagogikstudium aufnehmen und sich so ihren Wunsch, einmal Lehrerin zu werden, erfüllen. Karla Herdling unterrichtet in den Jahren nach ihrem Examen in Böhlen bei Leisnig und von 1963 bis 1981 in Tanndorf. Die Tanndorfer Jahre betrachtet sie als die schönsten in ihrem Berufsleben. Später unterrichtet sie ihre Fächer Biologie und Chemie bis 1999 in Colditz. Die Pädagogin ist sehr stolz auf ihre Schüler, die auch nach 1990 ihren Weg gegangen sind. Sie selbst kann den „Neuerungen“ sehr wenig abgewinnen. Die Einmischung von Eltern und Schülern in ihre unmittelbare Arbeit empfindet sie als eher kontraproduktiv und auch für die Schüler nicht förderlich. Lehrerin würde Karla Herdling heute nicht mehr sein wollen.
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