MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Edith Hentschel
Plötzlich war sie Hauptbuchhalterin
Facharbeiterin für die Pflanzen- und Tierproduktion
Hauptbuchhalterin i. R.
Dorfweg 24
04741 Niederstriegis
Fon: 03431 / 613845
Es war das Jahr 1936, als Edith Hentschel im sächsischen Korpitzsch bei Leisnig zur Welt kam. Der Vater arbeitete als Landmaschinenschlosser, die Mutter war Hausfrau und ab und an in der Küche eines Rittergutes beschäftigt. Das Mädchen wuchs mit zwei Geschwistern wohlbehütet und sorglos auf. „Oft spielte ich mit meiner Freundin vom Rittergut. Dabei machten wir auch viele Dummheiten, ärgerten die Erwachsenen“, schmunzelt Edith Hentschel. Nach Abschluss der 8. Klasse eignete sie sich in der Berufsschule für Landwirtschaft Fachkenntnisse über die Pflanzen- und Tierproduktion an, wurde Facharbeiterin. Danach lernte sie Buchhalterin in der Landwirtschaft, erwarb 1956 den Abschluss in Eisenach. „Das Praxisjahr absolvierte ich auf dem Volksgut in Ebersbach. Obwohl ich die Fachschule noch gar nicht beendet hatte, wurde ich als Hauptbuchhalterin im Gut Noschkowitz eingesetzt, übernahm da schon Verantwortung“, erzählt Edith Hentschel stolz. „Nach der Geburt meiner ersten Tochter 1959 blieb ich zu Hause.
Im Anschluss daran führte ich für die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) in Striegistal die Buchhaltung, aber von zu Hause aus. Da konnte ich mich auch um mein Kind kümmern. 1968 wechselte ich als Hauptbuchhalterin zu den Kraftfahrzeugwerkstätten nach Roßwein und Döbeln“, erinnert sich Edith Hentschel, die 1991 aus gesundheitlichen Gründen in den Vorruhestand ging. Seitdem beschäftigt sie sich mehr mit Handarbeiten, bäckt Kuchen und Torten, hört am liebsten Stimmungs- und Blasmusik, unternimmt Reisen nach nah und fern. 2003 verstarb ihr Mann Heinz, ein Traktorfahrer und Freizeitimker, mit dem sie 45 Jahre lang glücklich verheiratet war.
Sich durchsetzen zu können, ist Edith Hentschels große Stärke; Offenheit schätzt sie an anderen Menschen; Lügen machen sie fuchsteufelswild. Singen möchte sie ganz gern noch können. Auf ihre beiden Töchter ist Edith Hentschel besonders stolz: Sigrid ist Erzieherin in einem Heim und führt die Imkerei des Vaters weiter, ist Herrin über 100 Bienenvölker, Iris ist Vorsitzende des Döbelner Bauernverbandes. Auch die vier Enkelkinder bereiten Edith Hentschel viel Freude. Friede und Harmonie in der Familie sowie Gesundheit und ein sorgenfreies Leben, das sind Edith Hentschels größten Wünsche. Müsste sie einen Baum pflanzen, würde sie sich für die Eiche entscheiden, wegen ihrer Größe und Stärke.