MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ruth und Gerhard Hermenau
Glückliche Zweisamkeit
Dipl.-Ingenieur, Pädagoge
Fakturistin
Leisniger Str. 32
09648 Mittweida
Ob Garten, Volkssolidarität oder Sportverein. Gerhard Hermenau engagiert sich. Zielstrebigkeit, Toleranz und positives Denken zeichnen ihn aus, wobei er einräumt, im Leben auch viel Glück gehabt zu haben. Größtes Glück bescherte ihm natürlich Ehefrau Ruth. 2014 konnte schon auf die diamantene Hochzeit das Gläschen erhoben werden. Beide sind glücklich, ihre Zweisamkeit noch immer genießen zu dürfen.
Am 04.08.1924 in Lenep geboren, begab sich die Familie später nach Mecklenburg. Gerhard Hermenau war gerade vier Jahre alt. Die Eltern betrieben vorher eine Konditorei. Nun begab sich der Vater in die Landwirtschaft und wechselte des Öfteren den Arbeitsort. Daraus resultierend, musste Gerhard Hermenau in sieben Jahren fünfmal die Schule wechseln. 1938–1943 besuchte er die Oberschule in Neuklaster bei Wismar.
Nach der Schule wurde er eingezogen, verwundet und verbrachte fünf Jahre in Gefangenschaft. Zurück in Mecklenburg, nahm er 1949 seine Lehre zum Elektromaschinenbauer auf und beendete sie mit gutem Zeugnis.
Anschließend widmete er sich von 1951–1954 an der Ingenieurschule für Elektrotechnik „Fritz Seltmann“ seinem Studium. Darüber hinaus legte er die Lehrerprüfung ab und war 35 Jahre als Pädagoge im Einsatz. Als seine Schule 1970 zur Hochschule gewandelt wurde, unterrichtete er fortan als Lehrer im Hochschuldienst vordergründig die Fächer Physik und Mechanik. Dem vielseitigen Ingenieur wurden während der Berufsära verschiedene Aufstiegschancen geboten. Er lehnte ab. Gerhard Hermenau ergänzt dazu: „Posten bedeuten mir nichts. Ich wollte immer nur unterrichten.“
Ehefrau Ruth wurde am 02.11.1932 in Untergruppenbach geboren. Auch ihre Eltern – Landwirte – zogen, als sie noch ein kleines Mädchen war, nach Mecklenburg. Nach der Schule arbeitete sie bis 1952 im elterlichen Betrieb, war Haushaltshilfe bei einem Arzt und als die Eltern 1953 nach Westberlin übersiedelten, musste sie mit.
Doch ein Jahr später kam sie zurück. Immerhin war sie schon mit ihrem Gerhard verlobt. Sie blieb bei ihm in Mittweida. Ruth Hermenau arbeitete als Haushaltshilfe bei einem Pfarrer in Altmittweida.
Sie schenkte zwei Kindern das Leben und pausierte für ihre Söhne Harald und Lothar 12 Jahre. Während dessen ließ sie sich an der Schreibmaschine ausbilden, begann für kurze Zeit an einer Schule und war ab 1967 über 22 Jahre als Fakturistin beim VEB Obst, Gemüse und Speisekartoffeln beschäftigt.
Zur Wendezeit gingen beide in Rente und genießen heute den wohlverdienten Ruhestand. Eines würden sie jedoch noch interessieren, und zwar, wie ihr Mittweida in 20 bis 40 Jahren aussieht.