MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Siegfried Henze
Noch zehn kreative Jahre
Designer/Kunstmaler
08223 Falkenstein
Als Siegfried Henze eingeschult wird, ist Krieg. Hunger und Entbehrungen prägen seine Schulzeit. Und Krankheit, denn er bekommt schweres Asthma.
Ab 1948 lernt er in der Falkensteiner Gardinenweberei Textilzeichner. Nach der Lehre bleibt in der „Falgard“, die sich zu einem der größten Textilbetriebe in der DDR entwickelt.
Wegen seines Asthmas sucht Siegfried Henze Luftveränderung. Er zieht an die Ostsee. Wird Werftarbeiter in Stralsund, Bauarbeiter und Fischer.
Doch die Hoffnung auf Linderung seines Asthmas erfüllt sich nicht. Deshalb kehrt er 1955 in seine Geburtsstadt zurück. Sein Lehrbetrieb beschäftigt ihn wieder als Textilzeichner.
Ab 1959 studiert Siegfried Henze an der Leipziger Fachschule für Angewandte Kunst Textilentwurf. Nach dem Studium arbeitet er als Entwerfer, heute Designer, für Gardinen und Dekostoffe. Einige Goldmedaillen habe die "Falgard" auf der Leipziger Messe für seine Entwürfe bekommen, erzählt Siegried Henze. Er selbst sei zweimal für „gutes Design“ ausgezeichnet worden.
26 Jahre ist Siegfried Henze ein erfolgreicher Designer in der „Falgard“. Bis zur Wende. 1990 geht er in den Vorruhestand.
Seit vielen Jahren malt Siegfried Henze. Natur und Musik sind hierbei Inspiration und Kraftquell. Auf einen bestimmten Stil wolle er sich nicht festlegen. Neben experimenteller Malerei könne er auch sehr naturgetreu malen, sagt Siegfried Henze. Er habe vieles gemacht und vieles davon „Ton in Ton“.
Der Kunstmaler hat sich mit zahlreichenThemen auseinandergesetzt. Mit Krieg und Hunger, mit dem Lebensgefühl der Menschen. Er hat Urlaubserinnerungen festgehalten und Porträts geschaffen. Ausgestellt wurden seine Bilder während der Arbeiterfestspiele. Nach der Wende wurde er erstes und langjähriges Mitglied des Kunstvereins Götzschtal/Auerbach.
In den 90er Jahren absolvierte Siegfried Henze eine 3jährige externe Ausbildung Grafik und Malerei. Die befähige ihn, Malzirkel zu leiten und Privatstunden zu geben, so Siegfried Henze. Er habe schon einige Schüler zur Hochschulreife gebracht, war an zahlreichen Personal- und Kollektiv-Ausstellungen mit beteiligt.
Der Kunstmaler versteht sich ein wenig als Amateurhistoriker. Er gehört dem Geschichtsverein „Freundeskreis Max Hoelz“ an, der die Arbeiterbewegung im Vogtland Jahre erforscht. Darüber hinaus interessiert er sich für Psychologie, Medizin, Religion und natürlich für Kunst. Kunst ist für ihn Bedürfnis und Lebensinhalt. Es mache ihn glücklich, seine Kreativität ausleben zu können und etwas zu schaffen, meint der 77jährige. Er wünsche sich noch mindestens zehn kreative Jahre…