MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Steffi und Joachim Hempel
„Wenig hervortreten, viel leisten, mehr sein als scheinen.“ (Alfred Graf von Schlieffen)
Friseurin, Einzelhandelskauffrau
Chemieanlagenbauer / Schweißer
Landstr. 39
04651 Bad Lausick
„Ich hatte eine sehr schöne Kindheit“ beginnt die 1958 geborene Steffi Hempel (geb. Lorenz) ihre Erzählung und berichtet davon in der Bäckerei ihrer Großeltern aufgewachsen zu sein. „Damals konnte man auch noch auf der Straße spielen...Hasche Kreiseln, Pfützen hüpfen....viele Kinder waren da...Wahnsinn was wir für eine schöne Zeit hatten...“ schwärmt sie weiter. Dem Umzug der Familie nach Etzoldshain, folgte nach dem Hauskauf der Eltern der Rückzug nach Bad Lausick. „Dann habe ich meine Schule beendet, meine Lehre (Fríseurin) gemacht, meinen Mann geheiratet und bin wieder nach Etzoldshain gezogen....ich habe immer den Kirchturm von Etzoldshain gesehen...“ erzählt sie lachend weiter. Der Heirat 1978 folgten die Geburten von Stefan (1978) und Thomas (1979; verstorben). Steffi Hempel blieb eine Zeit zu Hause, übernahm Aushilfstätigkeiten bei der Post und im Kindergarten. Als die Söhne eigeschult waren „habe ich mir in Bad Lausick eine Arbeit bei der Firma Textilservice gesucht, damit ich die Jungs besser unter Kontrolle hatte...“ erklärt sie einen veränderten Familienalltag. 1999 wechselte sie als Servicekraft in die Median-Klinik, wo sie heute noch tätig ist. Eine nebenberufliche Weiterbildung zur Einzelkauffrau schloss sie ebenso erfolgreich ab, wie sie auch die anderen Schritte im Leben meisterte. Die Hempels erinnern sich noch rege an die Empfindungen als die politische Wende in der DDR eintrat. Die erste Begegnung mit der Glitzerwelt und die spätere Relativierung der Eindrücke und Erwartungen als sie hinter die Kulissen sehen konnten. Sie haben sich jedoch gut etablieren und alle Herausforderungen dank ihrer Bodenständigkeit, ihrem Anstand, ihrer Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft gut meistern können. Joachim Hempel wurde 1953 als eins von drei Kindern in eine Landwirt-Familie hineingeboren und ist bis heute selbst Landwirt mit „Fleisch und Blut“ geblieben wie er sagt. Auch er blickt auf eine, zwar arbeitsreiche, aber auch schöne, unbeschwerte Kindheit zurück. „Finanzielle Unterstützung von den Eltern hatten wir nie, haben uns alles selbst verdient, Geld verdient mit der Fütterung von Hasen, später Rindern und Schweinen und deren Ablieferung in der Annahmestelle, wohin wir auch Eier zum Aufkauf brachten und, und, und....Wir sind davon nicht dümmer geworden und auch nicht überheblich, dafür aber arbeitsam und sparsam,“ erklären die Hempels ihre anerzogene Strebsamkeit und den Stolz auf das Erreichte. Joachim Hempel lernte nach der Schule den Beruf Chemieanlagenbauer / Schweißer und blieb bis zur Wende im Ausbildungsbetrieb (MAG Chemieanlagenbau) als Facharbeiter, Schichtleiter und Lehrfacharbeiter tätig – mit wunderbaren Arbeitskollegen, wie er sagt. Einmal jährlich treffen sich die Kollegen heute noch um alte Erinnerungen auszutauschen. Noch immer gibt er Schweißlehrgänge, auch um seine eigenen Fähig- und Fertigkeiten frisch zu halten und z. B. für den Heimatverein Dinge wie ein Feuerfass anzufertigen. Steffi und Joachim Hempel sind beide im Heimatverein aktiv . Joachim Hempel war zudem bis 2010 im Kirchenvorstand tätig. Er hat seither die Kirche auch nicht aus den Augen verloren und hilft bei anfallenden Arbeiten. Täglich zieht er per Hand die Kirchturmuhr auf. Seit 1974 ist er aktives Mitglied der FFW Etzoldshain. Sie winken ab, sehen es nicht als etwas Besonderes an, sich zu engagieren. Schließlich leben sie ja gerne in der Region und da macht man das halt so, finden sie. „Aber es ist nicht so, dass wir nur arbeiten, wir fahren auch gerne in den Urlaub, freuen uns wenn die drei Enkel kommen...“ beendet Joachim Hempel seinen Bericht und Steffi Hempel ergänzt, wie wichtig beide die Gesundheit finden, weil der Beruf bei Joachim Hempel Spuren hinterlassen hat und sie doch gerne noch viele unbeschwerte Stunden miteinander verbringen möchten.