MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Monika Helm

„Nur Liebe vermag überhaupt jemanden am Leben zu erhalten.“ (Oscar Wilde)

Monika Helm

Technische Zeichnerin
Teilkonstrukteurin
Neue Str. 17
04769 Mügeln

Nur einen Monat nach Ende des II. Weltkrieges wurde das Mädchen Monika 1945 geboren. Der Vater war Maler, die Mutter hatte die Landwirtschaftliche Berufsschule absolviert und arbeitete bei einem Bauern. Die Kreativität des Vaters hat Monika Helm geerbt und fühlte sich von jeher auch zu gestalterischer Tätigkeit hingezogen. „Man lernte ja als Kind schon kreativ zu sein, denn es gab kaum Spielzeug und man wollte sich beschäftigen...“ erzählt Monika Helm davon und auch davon, eine Zeit lang nach dem Krieg nicht einmal Schuhe gehabt zu haben. Bei solcher Not stand Spielsachenkauf natürlich nicht im Vordergrund stand. Und trotzdem schwärmt sie von ihrer Kindheit, denn es war ein völlig anderes Leben damals. In den beiden Gaststätten des Ortes und im Freien spielte sich das einfache aber vergnügliche und von Gemeinsamkeit geprägte Leben der Menschen ab. Es wurde gearbeitet und auch die Kinder mussten mit anpacken, denn Haus, Garten und Viehzeug waren zu versorgen. Doch nach der Arbeit ging es für die Erwachsenen oft zum Tanz, für die Kinder in die „Räuberklamotten“ und raus in die Natur oder für alle zu den Straßen- und Sommerfesten oder den Sportveranstaltungen, berichtet sie lebhaft. Sie stickte, häkelte und nähte bereits als Kind und wäre gerne Schneiderin geworden. 1952–1962 besuchte sie die Schule, konnte danach ihren Berufswunsch jedoch nicht verwirklichen und lernte stattdessen Technische Zeichnerin im VEB Rationalisierung Döbeln. Sie blieb nach der Ausbildung im Betrieb – 32 Jahre lang – und erlebte verschiedene Umstrukturierungen und Umbenennungen der Firma mit. Auf Grund der langjährigen Arbeit an großen Projekten wurde sie 1968 zum Teilkonstrukteur befördert. Im Zuge der politischen Wende in der DDR ging 1992 aus dem ehemaligen VEB die Firma Brunner Maschinen – und Anlagenbau hervor die zwei Jahre später jedoch Insolvenz anmelden musste. Monika Helm verlor ihren Arbeitsplatz. Als Teilkonstrukteur in Heimarbeit konnte sie in der OWA Oschatz Waagenbau neue Anstellung finden. Doch auch diese Firma ging in die Insolvenz und Monika Helm wurde 1995 wieder arbeitssuchend. Die Odyssee zwischen Anstellung und Kündigung, Arbeit und Arbeitssuche setzte sich in den folgenden Jahren immer wieder fort und endete schließlich im April 2004 – erneut durch die Insolvenz des Beschäftigungsbetriebes. Monika Helm war indessen 59 Jahre alt und psychisch durch die Höhen und Tiefen der Beschäftigungssuche sowie die Pflege und den Tod ihrer Krebskranken Eltern (1998) erschöpft. Die Trennung von Ihrem Mann und der Verlust des 1979 erbauten Eigenheims (Ehemann hatte sich vor der Wende selbstständig und viele Schulen gemacht, das Haus wurde versteigert) hatten die Turbulenzen verschärft. Mit Hilfe der Diakonie musste Monika Helm vieles klären um dem Albtraum zu entfliehen. Und nur mit Hilfe einer Psychologin konnte sie die Trennung von ihrem Mann vollziehen. Eine Kur sollte helfen, die EU-Rente finanziell sicherstellen. Doch es war weit mehr nötig die angegriffene Gesundheit zu reparieren. Monika Helm fand zu ihrer Kreativität zurück: Sie fing mit der Töpferei an, trat dem Mügelner Chor bei, betreute elf Jahre die Kinder ihres Sohnes, begann mit der Malerei und Näherei und fand langsam ihre Freude zurück. Tochter Regine (geb. 1966, Vermessungsingenieur, zwei Kinder) und Jan (geb. 1970, Karosserieklempner, zwei Kinder) unterstützten in der schweren Zeit ihre Mutter. So wie Monika Helm einst für ihre Eltern da war, ihren Kindern in schwierigen Zeiten zur Seite stand, sich den Enkeln widmete, konnte sie nun die Zuwendung ihrer Kinder erfahren und der Kreis schloss sich – eine Familie die funktioniert und zueinander steht! Monika Helm hat viel gekämpft, viel erreicht, Zwischen den Betriebsinsolvenzen die ihr Arbeitsleben beeinflussten, setzte sie sich für gesellschaftliche Belange ein. So kämpfte sie für den Radweg von Obersteina nach Ostrau, sammelte 700 Unterschriften, arbeitete mit dem Straßenbauamt zusammen und erreichte, dass vom Regierungspräsidium Leipzig 500.000 € für den Radweg in Aussicht gestellt wurden. Das Projekt scheiterte schlussendlich dann doch weil eine Person auf dem Besitzrecht für sein Land bestand und auch einem Austausch nicht zustimmte. Gelungen ist hingegen ihr Engagement für den Kinderspielplatz Obersteina, und das seit 10 Jahren veranstaltete und gut angenommene Kinderfest.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz