MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heidrun Hendrich
Engagement im Heimatverein und in der Theatergruppe
mit Ehemann Helmut anlässlich der
Eröffnung der Dauerausstellung „Lütschedorf – Fakten und Legenden“ in der Heimatstube Frankenhain
Unterstufenlehrerin
99330 Gräfenroda
Sie kommt aus einem Elternhaus, in der viel Wert auf Bildung gelegt wurde. Lehrerin Heidemarie Hendrich aus Gräfenroda in Thüringen, Jahrgang1943, stammt aus einfachen Verhältnissen, wie sie hervorhebt. Die Mutter war Fabrikarbeiterin, der Vater verdiente seine Brötchen bei einer kleinen privaten Malerfirma. In Schweina bei Bad Liebenstein zur Welt gekommen, wurde Heidemarie dort 1950 eingeschult. Nach der 10. Klasse hatte sie keine genauen Vorstellungen, was sie beruflich einmal werden wollte. Es wurden damals gerade Lehrer gesucht und so machte die Thüringerin eine zweijährige Ausbildung am Eisenacher Institut für Lehrerbildung (IfL), wo sie auch ihren späteren Mann Helmut (geboren 1938, Schlosser, Quereinsteiger als Lehrer für Mathematik und Werken, später Polytechnik) kennenlernte. Beide sind seit 1962 glücklich miteinander verheiratet, sie haben zwei Söhne (Gisbert, geboren 1963, lebt in Rosenheim in Oberbayern; Wilfried, geboren 1967, Zimmerermeister in Gräfenroda) und drei Enkelsöhne. Nach ihrer Ausbildung unterrichtete Heidemarie Hendrich zunächst als Lehramtsanwärterin ein Jahr lang an der kleinen Dorfschule in Viernau, wurde danach schwanger und pausierte. Danach folgten Jahre als Unterstufenlehrerin, immer mit Klassenleiterfunktion, an der Polytechnischen Oberschule (POS) in Gräfenroda. Nach der Wende durften Heidemarie Hendrich und ihr Mann als Lehrer im Dienst bleiben. Sie nannte sich nun Grundschullehrerin, die POS wurde zur GS (Grundschule) umstrukturiert. Im Jahr 2006 ging Heidemarie Hendrich mit 63 Jahren in Rente. Vergleicht sie, die viele Familiengenerationen als ihre Schüler und Schülerinnen erlebt hat, heute beide Schulsysteme miteinander, nennt die Lehrerin sofort die gute Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule zu Vorwendezeiten. Leider ging dies teilweise verloren. „Alles hat sich gelockert“, sagt Heidemarie Hendrich, die heute gern liest und auch versteht, mit dem Computer gut umzugehen. „Ich war übrigens die erste Kollegin an unserer Schule, die ihre Zeugnisse mit dem Computer geschrieben hat“, erklärt sie im Nachhinein stolz. Stets hat sie sich gewerkschaftlich während ihrer Schuldienstzeit engagiert. Heute ist es die regionale Heimatgeschichte, für die sich Heidemarie Hendrich und ihr Mann Helmut brennend interessieren. Damit verbringen beide viel Freizeit. Zudem gibt es eine Theatergruppe im Nachbarort Frankenhain, die Heidemarie Hendrich als Souffleuse unterstützt. Das macht ihr großen Spaß. Sie will noch lange gesund bleiben, an der Seite ihres Mannes gute Zeiten erleben und den gemeinsamen Hobbys nachgehen. Das hält die grauen Zellen fit.