MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ursula und Gerhard Hempel
Das Leben als geschnitztes Kunstwerk
Handelskauffrau
Sattler, Berufskraftfahrer, Schnitzer
Lommatzscher Str. 23
01683 Nossen OT Leuben
Wer die Wohnung von Ursula und Gerhard Hempel betritt, ist beeindruckt von der Fülle an Schnitzereien, von denen jede ein kleines Kunstwerk für sich ist. Gerhard Hempel beginnt schon als junger Mensch mit dem Schnitzen, ein Mentor hat die Begeisterung für diese Kunst in ihm geweckt. Nach dessen Tod legt der Bürgermeister fest, dass er den Schnitzkurs weiterleiten soll, was er auch 35 Jahre tut. Noch heute kommen Menschen zu ihm, um sich Rat zu holen, den Kurs selbst hat inzwischen sein Bruder übernommen.
Die Hempels sind seit 1956 verheiratet. Zur Familie gehören drei Kinder. Wolfgang, der älteste Sohn, wird 1957 geboren, ist Kfz-Schlosser und arbeitet in Radebeul bei Mercedes, zwei Jahre später folgt die Tochter Silvia. Sie erlernte den Beruf Ökonom und arbeitet jetzt als Bürokauffrau. Die 1962 geborene Tochter Marion arbeitet als Röntgenassistentin und hat damit ihr Glück gefunden. Dazu kommen noch vier Enkel und ein Urenkel, auf die sich Gerhard und Ursula Hempel immer wieder freuen.
Ursula Hempel ist ein sehr genauer Mensche, der es versteht, die Familie immer wieder zusammenzuhalten. Sie wird 1934 in Heida geboren und wächst mit ihrem Bruder in Heida bei den Großeltern auf, wo sie sehr viel Zuneigung und Wärme erfährt. Später kehrt sie zu ihren Eltern zurück, die in der Landwirtschaft arbeiten und besucht die Schule in Leuben. Ursula Hempel muss in dieser Zeit schon zum Lebensunterhalt der Familie beitragen, sie ist Hauswirtschafterin bei einer Schneiderin. Nach der Schule arbeitet sie in einem Dorfgeschäft, wo sie nach dessen Schließung noch bis 24 Uhr Lebensmittelmarken auf Zeitungen klebt. Nach der Geburt der Kinder ist Ursula Hempel neun Jahre Hausfrau, arbeitet dann halbtags als Schulsekretärin und fängt 1970 im Büro der BHG in Ziegenhain an, wo sie die Brennstoffe verkauft. Ab 1986 ist sie sechs Jahre bei der Glastechnik in Lommatzsch ebenfalls im Büro tätig.
Gerhard Hempel wird 1931 geboren und verlebt eine vor allem arbeitsreiche Kindheit. Der Vater ist Eisenbahner, die Mutter ist in der Landwirtschaft tätig. In der Schule erlebt der Junge noch mehrere Klassen in einem Raum und erlernt nach der Schule in Lommatzsch den Beruf eines Sattlers. Später arbeitet Gerhard Hempel als Busfahrer im Linienverkehr. „Wir sind auch bei Glatteis gefahren, heute gibt es schon Probleme, wenn ein paar Schneeflocken gefallen sind“, spottet er. Wegen gesundheitlicher Probleme gibt er diese Arbeit auf und ist anschließend im Rathaus von Lommatzsch als Hausmeister tätig.
Ursula und Gerhard Hempel sind froh darüber, dass die Familie in schweren Zeiten immer zusammengehalten hat. Sie wünschen sich eine stabilere Gesundheit und noch ein langes Beisammensein.