MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. Gerhard Hempel

Wenn Warnungen verdrängt werden

Gerhard Hempel
Diplom-Geologe

07743 Jena
Internet: www.betontreiben.de
E-Mail: ghempel.jena@gmail.com



In Berga an der Weißen Elster kam Gerhard Hempel 1932 auf die Welt, begann nach dem Abitur 1951 in Greiz ein Studium der Geologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Die fakultativen Abendkurse und Exkursionen im Rahmen der Volkshochschule in Geologie und Länderkunde von Studienrat Dr. Erich Martin, der an der Greizer Oberschule auch für vorzüglichen Mathematik- und Biologieunterricht zeichnete, haben Gerhard Hempel geprägt, seine Berufswahl entscheidend beeinflusst. Nach dem Diplomabschluss blieb er als Assistent am Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität, konnte 1961 zum Dr. rer. nat. promovieren. Er entwickelte sich zum Oberassistenten und war 1964–1967 kommissarischer Leiter des Instituts. Die 3. Hochschulreform setzte seinem universitären Wirken in Forschung und Lehre ein erzwungenes Ende. Am Institut für Baustoffe Weimar (Außenstelle der Deutschen Bauakademie Berlin) fand er nach zwei Monaten ohne feste Anstellung wieder neue wichtige Herausforderungen. Von 1969 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1997 hatte er hier als wissenschaftlicher Mitarbeiter sein Arbeitsfeld, wenn auch die Firmierung des Instituts in Materialforschungs- und Prüfanstalt (MFPA) Weimar wechselte. 1984 wurde er zum Gutachter berufen, blieb auch nach 1990 als Sachverständiger anerkannt und gefragt. Als Gruppenleiter Betonbeständigkeit musste er auch erleben, dass auf die aus seinen Forschungen resultierenden Erfahrungen später nicht immer zurückgegriffen wurde. Die betonschädigenden Treibreaktionen (als „Betonfraß“ bekannt) hatte er bereits seit Ende 1979 mit seinem Team erforscht. Dann erlebte er als Folge gegenteiliger Entscheidungen die Erklärungsnot der betreffenden Planer, ganz im Sinne von Winston Churchills Ausspruch „Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat“ wieder einmal in der Realität. Seine Warnungen, schon 1992 vorgetragen, wurden verdrängt, er hatte es besser gewusst und vorher gesagt, nur hatte niemand zugehört. Erst als der Schaden groß war, Straßen und Autobahnen umfangreich betroffen, war der Wissenschaftler Dr. Gerhard Hempel gerufen. Mit seiner Frau Irmtraud ist er seit 1960 verheiratet, sie wirkte als Diplom-Mineralogin lange Jahre in der Geologischen Forschung und Erkundung Jena. Er ist seit der Gründung Mitglied im Landesverband der Sachverständigen (LVS) Thüringen und engagiert sich in der Bezirksgruppe Dessau der Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure in Sachsen-Anhalt (VSVI).
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