MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Armin Hennig
„Und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen“
Chemiemeister
08527 Plauen
Ein durch Arbeit bestimmtes Leben prägte den 1953 im vogtländischen Plauen geborenen Armin Hennig. Schon seine Eltern, die Mutter in der Lebensmittelindustrie, der Vater beim VEB Sächsische Zellwolle, hatten ihm vorgelebt, dass ohne Fleiß kein Preis zu gewinnen ist. Armin Hennig besuchte die Polytechnische Oberschule seiner Heimatstadt bis zur 8. Klasse, nahm dann eine Lehre bei der Deutschen Reichsbahn auf, durchlief die Gewerke von Stellwerk bis Gleisbau, schloss als Bahnmeister ab. An der Volkshochschule erarbeitete er sich dazu noch den Abschluss der 10. Klasse. Doch die Verdienstmöglichkeiten bei der Bahn waren bescheiden, der Wechsel in den lohnattraktiveren Bauzug blieb ihm versagt, so entschied er sich beim Straßenbau anzufangen, wechselte jedoch nach kurzer Zeit zum VEB Sächsische Zellwolle, wo sein Vater schon in Lohn und Brot stand. Für viele Jahre wurde nun der Schichtbetrieb in rollender Woche zum Richtpunkt seines Arbeitslebens. Doch er erhielt die Möglichkeit, den Facharbeiterabschluss Chemie zu erwerben, konnte 1980 mit dem Meisterbrief Chemische Technologie sich entscheidend qualifizieren. Danach wurde er als Schichtmeister eingesetzt, die letzten drei Jahre bis 1990 zum Obermeister, verantwortlich für alle Schichten, befördert. Die oft wenig verlässlichen (Fehlschichten) oder ausgebildeten Leute zu führen, war eine schwierige Aufgabe, insbesondere wenn er ehemalige Strafgefangene zu betreuen oder ausländische Arbeitskräfte aus Algerien oder Mozambique zu integrieren hatte. 1990 wurde nicht nur zur politischen Wende, sondern brachte das Aus für das marktwirtschaftlich nicht zu haltende Unternehmen. Armin Hennig fand für zweieinhalb Jahre im oberfränkischen Wolfsbach Stellung in der Holzverarbeitung, düste nun tagtäglich die A9 runter, eine belastende Zeit, zumal er seine Frau nicht allein lassen konnte bei der Versorgung des Viehs, das zwar manchen Nebenverdienst, aber eben auch viel Arbeit mit sich brachte. Bei der Textilgruppe Hof AG (heute Hoftex Group AG) konnte er als Maschinenbediener in Spinnerei und Weberei anfangen, blieb lange Jahre, bis die Firma nun 2014 geschlossen wird. Im alten Zollhaus, 1974 gebaut, in das die Familie 1982 eingezogen war und das 1987 der Gemeinde abgekauft werden konnte, ist für den geschiedenen Vater eines Sohnes und einer Tochter aber weiter genug zu tun.