MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Annelies und Heinz-Dietrich Helfer

„Einmal im Jahr solltest du einen Ort besuchen, an dem du noch nie warst.“ (Dalai Lama)

Annelies und Heinz-Dietrich Helfer

Ingenieur für Lederverarbeitungstechnologien, Pädagogin
Industriekaufmann, Dipl.-Ökonom
Plauer Str. 8 a
09573 Augustusburg OT Erdmannsdorf
Fon: 037291 / 69978  

Der 1938 in Domanze (Schlesien) geborene Heinz-Dietrich Helfer blickt auf eine Kindheit zurück, die vom Krieg und seinen Folgen geprägt war. Fünf Jahre war er, als sein Vater in Stalingrad fiel. Sieben Jahre und gerade eingeschult als die alleinstehende Mutter mit ihm und den beiden älteren Schwestern das erste mal vor der herannahenden Front mit einem Ochsengespann und der Kutsche des Grafen, bei eisiger Kälte, die Flucht aus der Heimat antreten musste. Immer die Rückkehr planend, wurde letztendlich die dritte Flucht das endgültige Verlassen der Heimat. Nach Bayern wollten sie sich durchschlagen. Während der Durchfahrt durch Chemnitz erfuhren sie jedoch, dass Bayern keine weiteren Flüchtlinge aufnahm, sie den Zug verlassen und bleiben mussten. Ein kleines Zimmer wurde das neue zu Hause der 4-köpfigen Familie. Die Mutter arbeitete als Trümmerfrau, Sohn Hainz-Dietrich konnte 1948 wieder in die Schule gehen. 1958 legte er das Abitur ab, wollte sein Ziel Pilot zu werden verwirklichen. Gesundheitliche Gründe ließen das nicht zu, ebenso nicht einen Einsatz in den Landstreitkräften der Armee. Ausgemustert nahm Heinz-Dietrich Helfer eine Arbeit in einem Außenhandelsbetrieb (Maschinenexport) auf. Seine Bewerbungen zum Direktstudium wurden negativ beschieden. Der Grund: Er hatte in einem Gespräch verneint in Polen geboren zu sein, sprach von der Geburt im deutschen Schlesien und unterlag damit dem Verdacht Gegner der Oder-Neiße-Friedensgrenze zu sein. An der Entwicklung gehindert hat ihn das letztendlich nicht. Er absolvierte ein Fernstudium zum Industrieökonom, ein weiteres zum Dipl.-Ökonom. Indessen alleinerziehender Vater (Sohn Jens, geb. 1966, Verwaltungsfachwirt), arbeitete er weiter im Außenhandel und 14 Jahre nebenher als Dozent in der Erwachsenenbildung (Frauensonderstudium). Auf Grund seiner Qualifikation und hervorragender Leistungen avancierte er zum Bezirksdirektor der Kammer für Außenhandel. Beruflich zufrieden, fehlte es privat an einem Partner. Das insbesondere auch für seine Reisetätigkeit als Reiseleiter bei Jugendtourist. Er suchte Veränderung, lernte seine Frau Anneliese kennen und heiratete sie 1983. Im gleichen Jahr wechselte er die Arbeitsstelle da die vorherige Position von einem Nichtgenossen nicht ständig besetzt bleiben sollte. Nun Leiter für technische Sicherheit im Webstuhlbau blieb er so bis 1994 beschäftigt. Dann fiel auch er den Strukturänderungen und dem Stellenabbau zum Opfer. Auffanggesellschaft, Krankheitsbedingter Ausfall, Arbeitslosigkeit folgten, bevor trat er in den Ruhestand trat. Den verbringt er mit seiner Frau Anneliese, die 1948 als Tochter einer Spulerin und eines Hauptenergetikers und als eins von drei Kindern geboren wurde. Spiel, Spaß und Freizeit prägten ihre Kindheit. 1955–1965 besuchte sie die Schule, wäre gerne Lehrerin geworden. Angefangen hat sie schließlich in der Schuhfabrik und wurde Stepperin. Jung verliebt, jung Mutter geworden ( Sohn Sven, geb. 1966, Instandhaltungsmechaniker mit Abitur), hatte sie vorerst andere Prämissen gesetzt. Als der Sohn 1973 in die Schule kam setzte sich auch Mutter Anneliese auch nochmal auf die Schulbank. Im Frauensonderstudium erlangte sie Abschluss als Ingenieur für Lederverarbeitungstechnologien. Nun auch als Technologe eingesetzt, begeisterte sie sich bald für die Berufsausbildung im Betrieb und wurde hier tätig. Bis 1992 war sie als Ausbildungsleiter für die Berufsausbildung eingesetzt, hatte dafür eigens ein zusätzliches Pädagogik-Studium absolviert. Als sie von der bevorstehenden Entlassung Kenntnis erhielt, nahm sie ihre Geschicke in die eigenen Hände. Im April begann sie, parallel zu ihrer Tätigkeit im Betrieb (bis Juli 1992), ihre selbstständige Tätigkeit mit einer Schäfte-Macherei für Orthopädie-Schuhe. Mit 70 Jahren stellte sie die Arbeit ein, die sie mit Mut, familiärer Hilfe, Risikobereitschaft, Ausdauer und Fleiß zum Erfolg gebracht hatte. Die schönste Zeit im Jahr war und ist für die Eheleute von jeher die Urlaubszeit. Waren es vor der Wende Reisen in die CSSR, nach Bulgarien, Ungarn...., sind nun weltweite daraus geworden, die nach Australien, Indonesien, Indien, Vietnam, Kambodscha, Bali.....führten. Frankreich und Portugal sind nun geplant und hoffentlich bleibt die Gesundheit lange intakt für weitere Unternehmungen.
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