MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Regine und Rudolf Heinrich

Stolz auf die gemeinsame Lebensleistung

Regine und Rudolf Heinrich

Weberin, Facharbeiterin für Lager und Instandhaltung
Tischler
Karl-Hartig-Str. 18
09244 Lichtenau  OT Auerswalde

Das Fest der goldenen Hochzeit haben sie bereits gemeinsam erleben dürfen und in Familie gefeiert. Regine und Rudolf Heinrich sind seit 1963 verheiratet. Sie wohnen in Lichtenau, Ortsteil Auerswalde, wo das Ehepaar aus Sachsen von 1973–1975 auch gebaut hat. Zur Familie gehören eine Tochter (Steffi, geboren 1963, Pharmazieingenieurin) und ein Enkelsohn. Ursprünglich wollte Regine Heinrich, geborene Hofmann, die 1943 in Chemnitz zur Welt kam, Verkäuferin werden. Doch die Tochter eines kaufmännischen Angestellten und einer Näherin, die noch eine Schwester hat, machte nach dem Abschluss der 8. Klasse eine dreijährige Lehre zur Weberin in der Möbelstoff- und Plüschweberei Karl-Marx-Stadt. Die Arbeit in Schichten war schwer und Regine fing in einer Schnellreinigung im Bügeldienst an. Sie wurde schwanger und blieb nach der Geburt ihrer Tochter drei Jahre zu Hause. Danach stieg sie bei Aerosol Automat in Oberlichtenau ein, arbeitete zunächst in Schichten an der Abfüllanlage und später in der Betriebskantine. Zwischendurch hatte sie, der mittlerweile der Facharbeiter für Lager und Instandhaltung anerkannt worden war, erneut eine Anstellung in der Schnellreinigung. Bevor Regine Heinrich mit erst 49 Jahren arbeitslos wurde, hatte sie als Sachbearbeiterin in der Abteilung Ferienwesen ihres Betriebes bis 1992 gearbeitet. Sie absolvierte in der Nachwendezeit mehrere Umschulungen, darunter einen Schreibmaschinenlehrgang. Mit 63 Jahren ging sie in Rente. Zum Glück hatte Ehemann Rudolf Heinrich als gelernter Tischler immer Arbeit. Geboren 1940 in Torgau in Sachsen, wuchs er als Zweitältester unter vier Brüdern auf. Der Vater war Arbeiter, die Mutter Hausfrau. In Schildau großgeworden, besuchte er die Schule und lernte nach der 8. Klasse drei Jahre lang das Tischlerhandwerk im VEB Holzverarbeitung Torgau. Ein Jahr Arbeit im Beruf schloss sich an, bevor Rudolf für drei Jahre freiwillig zur Bereitschaftspolizei ging. Danach verdiente er seine Brötchen im Webstuhlbau in der Tischlerei in Karl-Marx-Stadt. 1997 übernahm die Schweizer Firma „Stäubli“ mit ihrer Tochtergesellschaft in Bayreuth die Montage des Teppich-Webstuhls. Trotz einiger Entlassungen hatte Rudolf Heinrich noch sechs Jahre Arbeit in der Packerei. Nach knapp fünfzig Jahren Berufsleben ging er 2003 in Rente und arbeitete danach noch weitere zwei Jahre auf 340,00 €-Basis. Heute schauen Regine und Rudolf Heinrich, die sich beim Tanzen einst kennengelernt haben, mit Stolz auf ihre gemeinsame Lebensleistung zurück. Beide wollen noch lange gesund bleiben, um weitere schöne Jahre miteinander zu verbringen.
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