MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erhard Helm

Zeitlebens dazu gelernt

Erhard Helm

Spitzendreher / Polizist / Hydraulikmonteur / Fahrlehrer
Holzwickeder Str. 1
04680 Colditz

Erhard Helm kam am 13.11.1936 in Grimma zur Welt. Sein Vater war als Maschinenschlosser auf der kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven dienstverpflichtet, die Mutter arbeitete als Hauswirtschafterin. „Aus diesem Grund bin ich anfangs bei Pflegeeltern aufgewachsen. Später habe ich dann noch drei Geschwister bekommen. Mein jüngster Bruder ist 1955 geboren“, erzählt Erhard Helm. Bis 1954 besuchte er das Grimmaer Gymnasium, wo Klassenlehrer Fritz Werner zu seinem Vorbild wurde. „Ich habe immer gern gelesen, z.B. ein Buch zum Thema Eisenbahnen, das den Berufswunsch in mir weckte, Lokomotivführer zu werden“, schmunzelt Erhard Helm. Leider erfüllte sich dieser Traum nicht. Im Anschluss an die Schule absolvierte er einen Lehrgang und arbeitete als Spritzgerätewart im Raum Nerchau. 1954 meldete er sich freiwillig zur kasernierten Volkspolizei, besuchte die Unteroffiziersschule in Leipzig und danach die Offiziersschule in Erfurt. „Hier wurde ich als Gehilfe des Zugführers und als Dolmetscher eingesetzt, da ich russisch sprechen konnte. Anschließend wurde ich zur Panzerschule Großenhain versetzt. Da ich nicht in die Partei eintreten wollte, bin ich 1957 als Feldwebel von der Armee weg und nach Grimma zurück gegangen“, berichtet Erhard Helm. Bis 1960 arbeitete er dann als Autoschlosser in den Hartsteinwerken. 1959 heiratete er seine Frau Irmgard, eine gelernte Heimerzieherin, die als Lehrerin und im Hort tätig war. Mit Kerstin (*1959, Arztsekretärin) und Ulrike (*1965; Köchin und Verkäuferin) hat das Paar zwei Kinder und mittlerweile zwei Enkel. Vom 1960–1962 war Erhard Helm bei der GHG als LKW-Schlosser beschäftigt. „Da sich die Diesel- und Benzindämpfe auf meinen Magen legten, musste ich diesen Beruf aufgeben“, erzählt er und absolvierte eine Umschulung zum Spitzendreher. In diesem Beruf schaffte er 1964 bei der Firma Fema in Colditz, bevor er ab 1965 als Angestellter der Deutschen Volkspolizei den Dienst aufnahm und sich auf der Polizeischule in Dommitzsch ausbilden ließ. „Bis 1969 arbeitete ich als Oberwachtmeister in Grimma bei der Schutzpolizei, besuchte von 1969–1970 die ABV-Schule und war danach bis 1975 als Polizist tätig. Im Anschluss ging ich als Schlosser ins Porzellanwerk Colditz, wo ich mich zum Hydraulikmonteur weiterbildete und bis 1986 angestellt war. Von 1986 bis zu meiner Pension war ich dann beim Betriebsschutz der SED Kreisleitung Grimma beschäftigt“, beschreibt Erhard Helm seinen beruflichen Weg weiter, den er 1994 als privater Fahrlehrer beschließt und sich ins Privatleben zurückzieht. 2017 stirbt seine Frau Irmgard nach fast 60 Jahren Ehe. Heute blickt Hobbybastler Erhard Helm dankbar und zufrieden zurück auf ein erfülltes Leben und wünscht sich, noch einige Jahre bei stabiler Gesundheit im Kreise seiner Lieben genießen zu können.
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