MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Isolde und Werner Hellriegel
Tempo 30 ist schnell genug
Bankkauffrau
Agraringenieur
Schafteichweg 1
04567 Kitzscher OT Trages
Auch wenn er schon Jahrzehnte auf den Achsen hat, mit einem gut gepflegten Lanz-Bulldog kommt man noch zum Hintertuxer Gletscher und über die Alpenpässe von Brenner bis Timmelsjoch. Zwar geht es die 800 km bis nach Österreich nur mit 30 km/h vorwärts, aber Werner Hellriegel mit Frau Isolde an seiner Seite hat ebenso wie einige Mitstreiter aus Sachsen und Thüringen bewiesen, es ist zu schaffen. Vom MDR-Fernsehen wurden Stationen der Reise dokumentiert. Angefangen hat alles mit dem Bulldog aus Vorkriegszeiten im Familienbesitz und dem Jahr 2006 mit einer ersten Thüringen-Rundfahrt. Die zweite Fahrt ging dann schon an die Mosel, danach ging es immer weiter und höher. Seit zehn Jahren ist Werner Hellriegel auch Mitglied bei den Lanz-Freunden Sachsen. Das erste Mal an den Schalthebeln eines „Lanz“ saß Werner Hellriegel aber schon im Alter von neun Jahren, denn er wuchs in einer von der Landwirtschaft geprägten Familie auf. 1945 in Trages (Leipziger Südraum) geboren, besuchte er die Schule am Ort und im Nachbarort Mölbis, schloss die 10. Klasse dann an der Mittelschule in Espenhain ab. Seine Landwirtschaftslehre absolvierte er ein Jahr in Cavertitz (untergebracht im Lehrlingswohnheim), dann sollte er schon wieder daheim helfen, besuchte daneben die Berufsschule in Altenburg. 1964 begann er ein Fernstudium, das er nach vier Jahren als Agraringenieur abschließen konnte. Ab 1974 war er als Besamungstechniker für Rinder im VEB Tierzucht Leipzig tätig und seine Zuständigkeit war ein Teil des Kreises Borna. Der Trägerbetrieb wurde ab 1977 bis zur Auflösung 1991 die LPG „Einheit“ Pötzschau. Als nach dem Ende der DDR die Landwirtschaftsstrukturen sich wandelten, konnte er mehrere Jahre vor allem als Teamleiter für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bei Gemeinde und Kirche wirken, die letzten zehn Jahre seines Berufslebens arbeitete er als Kraftfahrer auf einem LKW für Schüttguttransporte. Seine Frau Isolde, Jahrgang ebenfalls 1945, entstammt dem nahen Dittmannsdorf. Auch sie lernte zeitig, in der elterlichen Landwirtschaft mit anzupacken. Sie besuchte die Schule in Kitzscher und begann dann eine Bankkaufmannslehre bei der Gewerbebank. Die Arbeit mit Konten, Überweisungen und Bargeld wurde für ihr ganzes Leben bestimmend, auch wenn das Institut später als Bank für Handwerk und Gewerbe, dann als Volks- und Raiffeisenbank firmierte. Aufregende und arbeitsreiche Zeiten gab es für das ganze Team, als zum 1. Juli 1990 von DDR-Mark auf DM umgestellt wurde. 1968 waren Isolde und Werner Hellriegel die Ehe eingegangen. Im selben Jahr wurde Tochter Kathrin geboren. 1974 folgte Sohn Torsten. Vier Enkelkinder bereichern das Familienleben. Noch immer erfreut sich Werner Hellriegel an seinen Bienenvölkern, gehen Handarbeiten bei Frau Isolde flott voran.