MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Harald und Waltraut Heinz
Einmal Trainer, immer Trainer
Selbstverteidigungs- und Kampfsporttrainer
07552 Gera
Der Sport zieht sich wie ein roter Faden durch sein erfülltes Leben. Harald Heinz aus Gera war früher aktiver Judoka (begann mit 13 Jahren) und engagierte sich später mit viel Erfolg als Selbstverteidigungs- und Kampfsporttrainer. Der gebürtige Vogtländer, 1946 in Plauen zur Welt gekommen, hat mit seiner Ehefrau Waltraut (verheiratet seit 1968) drei Söhne (Mario, Ralph und René), die zu DDR-Zeiten ebenso erfolgreich im Judosport waren und so manche Spartakiade-Medaillen geholt haben. Inzwischen gehört auch ein Enkelkind als jüngster Spross zur Familie von Harald Heinz, der ursprünglich zur See wollte. Im Alter von drei Jahren kam der Plauener mit seinem Vater nach Gera und besuchte dort von 1953-1961 die Schule. Anschließend machte er eine Lehre als Hauer bei der Wismut, um 1964 einen Beruf zu haben, der Geld brachte. Zu Hause gab es noch zwei Geschwister zu versorgen und der Vater war krank. Danach ging er freiwillig vier Jahre zur Marine. Sein großes Ziel, die Handelsmarine, gab er aber auf, weil ihm die eigene Familie wichtiger war. Zur Wismut wollte Harald Heinz nicht zurück, denn es passierten viele Unfälle, die so manchen Kollegen das Leben gekostet hatte. Er arbeitete zunächst beim Bau als Eisenbiegerhelfer, bevor er im Februar 1969 bei der Polizei als Hauptwachtmeister einstieg. Dort erhielt er die Möglichkeit, die 10. Klasse nachzuholen. Bis 1990 blieb Harald Heinz bei der Polizei, war parallel sehr eingespannt als Judo-Übungsleiter. Als die Anfrage aus Berlin kam, ob er für den Bezirk Gera den Nachwuchs im Judo-Leistungssport trainieren würde, entschied er sich dafür. Denn 1990 war auch die Verpflichtung, 25 Jahre bei der Polizei Dienst zu leisten (NVA-Zeit inbegriffen), für Harald Heinz abgelaufen. Bei der DHFK (Deutsche Hochschule für Körperkultur und Sport) Leipzig absolvierte er seinen Judo-Trainer-Abschluss und hatte zuvor die 12. Klasse nachgeholt. Weil es nach der Wendezeit keine Nachwuchsbereiche für den Leistungssport mehr gab, machte sich Harald Heinz als Kampfsporttrainer selbstständig. Er erlangte den Abschluss als Trainer B im Präventionsbereich innerhalb des DOSB, meldete das Gewerbe an und baute eine Schule dieser Art auf. Der Mann aus Gera arbeitet heute ehrenamtlich in vielen Verbänden mit. Er ist Träger der Kurt-Rödel-Ehrenplakette und ihm wurde die höchste Ehrung Ostdeutschlands mit dem 8. Dan-Grad im Tai Jitsu verliehen. Zudem ist Harald Heinz mit der Ehrennadel der Stadt Gera und der Ehrenurkunde von Bad Köstritz ausgezeichnet worden. Infolge einer schweren Erkrankung bezieht er seit 2003 EU-Rente. Harald Heinz blickt mit Stolz auf seine Lebensleistung zurück. Seine Familie und die Gesundheit sind ihm besonders wichtig. Viel Beschäftigung findet er neben seinen sportlichen Ehrenämtern im 3000 Quadratmeter großen Garten. Außerdem gehört das gemeinsame Reisen mit seiner Frau Waltraut zu seinen großen Leidenschaften.