MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Wolfgang Hellmann
„O Täler weit, o Höhen, o schöner grüner Wald“ (Eichendorff)
Revierförster i. R.
Bad-Berkaer-Str. 8
99438 Tannroda
Fon: 036450 / 42459
Noch immer ist Wolfgang Hellmann dann am glücklichsten, wenn er mit seinem Rauhaardackel durch Wald und Flur seiner thüringischen Heimat beiderseits der Ilm wandern kann. 1936 wurde er in Erfurt geboren. Hier besuchte er acht Jahre die Schule (1942–1950). Dann konnte er seinem Wunsch nach naturnaher Ausbildung folgen und sich in zwei Jahren zum Forstfacharbeiter im Forstamt Sondershausen ausbilden lassen. Bereits 1955 erhielt er die Chance sich weiterzuentwickeln und ein Studium zum Forstingenieur an der Forstschule Schwarzburg in Thüringen aufzunehmen. Man drängte ihn, Mitglied der SED zu werden und nahm ihn darüber hinaus nach Abschluss des Studiums noch in die Pflicht, zwei Jahre bei der Deutschen Grenzpolizei zu dienen. Danach nahm er im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Bad Berka seine berufliche Tätigkeit auf und erhielt dort 1963 sein eigenes Forstrevier in Tannroda. Für die nun folgenden Jahre bis zum Ruhestand 2001 waren die Wälder und Flure um Tannroda, Troistedt, Tännich und Bad Berka Grundlage für sein engagiertes Wirken. Zu den Verantwortlichkeiten gehörten die Aufforstung und Waldpflege, der Holzeinschlag und Verkauf, der Wegebau und natürlich die Jagd. So konnte er nach dem Motto „Dem Wilde sei zunächst ein Heger, dann hast du Freude auch als Jäger“ stets die Liebe zur Natur zur Grundlage eines arbeitsreichen Lebens werden lassen. Seine Wissbegierde und sein Fleiß machten ihn immer offen für neue Entwicklungen. Für die Aufgaben während der Jagdsaison züchtete er seine eigenen Hunde der Sorte „Deutscher Wachtelhund“, diese gehören zur Gruppe der Stöberhunde und sind speziell für die Arbeit der Jäger und Förster gezüchtet und ausgebildet worden.
Mit seiner Ehefrau Irmgard (Heirat 1962) freut er sich über eine Tochter sowie drei Enkelkinder und durfte die Urlaube über den gewerkschaftseigenen FDGB-Feriendienst an der Ostsee oder im Zittauer Gebirge genießen. Viele Jahrzehnte war Wolfgang Hellmann Mitglied im örtlichen Geflügelzuchtverein, treibt heute noch Kleintierhaltung, ist im Garten aktiv, kümmert sich ums Haus und möchte seinen Dackel nicht missen. Sein Optimismus und Humor, denn „Lachen ist gut für die Seele“, tragen ihn nun auch in den Jahren, da die Zuverlässigkeit des Gehörs ihm Probleme bereitet.