MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner und Maria Hellmich

„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“ (W. von Humboldt)

Werner und Maria Hellmich

Oberbauleiter
Sachbearbeiterin
Walther-Rathenau-Str. 21
06369 Radegast

Die anhaltinische Heimat mit ihrer reichen Geschichte wurde für Werner Hellmich (1939 in Radegast / Anhalt geboren) prägend. Zusammen mit seiner Frau Maria (geb. 1945 im böhmischen Warnsdorf, verheiratet seit 1963) widmete er sich neben der Arbeit der ehrenamtlichen Tätigkeit in Radegast. Ab 1971 führte er den Vorsitz der Gartensparte „Franz Ebert“ Radegast 14 Jahre mit Erfolg, legte eine Prüfung als Referent für Obstbau und Schätzer mit Auszeichnung ab. Dafür wurde er mit der Ehrennadel für Kleingärtner in Bronze, Silber und Gold geehrt. Seine Frau erhielt die Ehrennadel in Bronze. Durch den Zentralvorstand des VKSK Berlin wurde sie mit der Verbandsehrennadel ausgezeichnet. Nach der Wende 1990–1994 war Werner Hellmich als Stadtrat für Bauwesen und Stadtentwicklung ehrenamtlich tätig. 1990 gründete er den Heimatverein und 1995 erfolgte der Zusammenschluss mit der Trachtengruppe zum Heimat- und Trachtenverein Radegast, den er bis März 2016 (25 Jahre) leitete. Ziel war immer die Heimat- und Brauchtumspflege, die viele Verbindungen zu anderen Vereinen gleicher Art brachte. Zusammen mit der „Egerlanda Gmoi“ Bernburg führte es sie bis nach Bayern. Für diese vielseitige Tätigkeit wurde Werner mit dem „Anhaltischen Hausorden“ 1. Klasse am Bande und Maria mit dem „Anhaltischen Hausorden“ 2. Klasse von Eduard Prinz von Anhalt geehrt. Frau Maria pflegte 25 Jahre die Kriegsgräber und Denkmale auf dem Radegaster Friedhof. Werner Hellmich besuchte die Schule bis zur 8. Klasse, konnte eine Lehre zum Landmaschinen- und Traktorenschlosser absolvieren. Nicht ganz freiwillig wurde er für drei Jahre Behördenangestellter der deutschen Grenzpolizei (1959–1962). Zwei weitere Jahre wirkte er in einer Firma für Feinstahlbau, ehe ihn die IMO Industriemontagen Merseburg für 23 ganze Jahre auf Montage schickte (gesamt 25 Jahre Montage). Im Braunkohlenkombinat (BKK) Bitterfeld ließ er sich dann noch, als er etwas sesshafter werden wollte, zum Lokführer ausbilden. Nur gefiel ihm der Vier-Schicht-Betrieb nicht auf Dauer, so dass er bei der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in Weißandt-Gölzau als Bauleiter und Sicherheitsinspektor anheuerte. Als mit dem Ende der DDR die LPG keine Zukunft mehr hatte, war er nur kurz arbeitslos, erst bei einer Radegaster Firma, dann in Edderitz wirkte er als Bauleiter, zuletzt bis zum Renteneintritt 1999 als Oberbauleiter. Die junge Maria war gerade sechs Monate alt, als es für die Familie hieß, die böhmische Heimat zu verlassen. Die junge Frau bestand die 10. Klasse mit Auszeichnung, aber die folgende Bankwirtschaftslehre musste gesundheitsbedingt abgebrochen werden. In der Wolfener Filmfabrik arbeitete sie im Schichtbetrieb in der Verpackung, fand dann eine interessante Aufgabe als Zahlstellenleiterin für die Sozialversicherung in Bitterfeld. Unterbrochen von der Geburt des Sohnes Jörg 1967, setzte sie als Schreibkraft und Sachbearbeiterin ihre beruflichen Tätigkeiten in der Gölzauer Firma Orbita Plast, im Kreisverband der Kleingärtner Köthen, bei einer Radegaster Druckerei fort. Zuletzt arbeitete sie an der Chronik von Radegast mit (ABM-Stelle). Werner Hellmichs politisches Interesse blieb bis auf zwei Jahre, als er 1990 den Radegaster Ortsverband der SPD mitbegründet hatte, ohne feste Bindung. Die stolzen Großeltern zweier Enkelkinder engagieren sich weiterhin im Heimat- und Trachtenverein Radegast / Anhalt.
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