MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ursula und Siegfried Heinrich

Die Varianten des Lebens

Ursula und Siegfried Heinrich

Friseuse i. R.
Meister für Landtechnik i. R.
Altlommatzsch 13 B
01623 Lommatzsch

Ursula und Siegfried Heinrich ergänzen sich prächtig. Er bewundert den enormen Fleiß seiner Frau, welche sehr viel, immer aber auch gern gearbeitet hat. Sie hingegen schätzt den Familiensinn ihres Mannes. Er rückt Frau, Kinder drei Enkel sowie vier Urenkel stets in den Mittelpunkt. Sie haben Vorrang und eigene Bedürfnisse stellt er hintenan. Geboren wurde Ursula Heinrich am 07.05.1935 Schwarpeln/Ostpreußen. Nach Vertreibung erreichte die Familie das sächsische Ländchen und kam in Langenau bei Freiberg unter. Kampieren musste sie in einem Lager. Erst mit Gründung der DDR bekamen Flüchtlinge Wohnraum zugesprochen. Als Wohnort wählte die Mutter Lommatzsch, wo ihre Schwester lebte. Dort lernte Ursula Heinrich beim Tanz auf dem Saal auch ihren Siegfried kennen. Die 8. Klasse hatte sie noch in besagtem Lager beendet. Die Klassen fünf bis acht waren in einem einzigen Raum untergebracht – ein Zustand, der die Lernsituation nicht leichter machte. Dennoch ging Ursula Heinrich ihren Weg und absolvierte ihre Lehre zur Friseuse. Ihr Lehrbetrieb, ein Privatunternehmen, wurde später in eine Produktionsgenossenschaft des Handwerks gewandelt. Somit arbeitete sie 45 Jahre lang im gleichen Salon und ging 1995 in Rente. Siegfried Heinrich erblickte am 20.01.1932 in Altlommatzsch das Licht der Welt und wuchs mit mehreren Geschwistern auf. Aufgrund großer Armut der Eltern nahmen die Großeltern ihren Enkel auf und insbesondere zur Großmutter entwickelte sich ein tiefes Vertrauensverhältnis. Somit verlief die Kindheit behütet und voller Spaß. Ein Teich bescherte Schwimm- wie Angelfreuden und war er des Winters zugefroren, wurde er zum Tummelplatz der Schlittschuhläufer. Obwohl sich Siegfried Heinrich mit seinen Geschwistern in die Schlittschuhe hineinteilen musste, schmälerte dies die Begeisterung nicht. Um Hungersnöten zu entgehen, arbeitete er vorerst beim Bauern und widmete sich später beim Dämpferbau Lommatzsch einer Lehre zum Schlosser. Tätig auf Montage, auch im nichtsozialistischen Ausland, war ein Meisterabschluss unabdingbar. Diesen erhielt er 1967. Später wechselte er in den Kundendienst, somit in den Servicebereich, betreute Messen wie Ausstellungen und fungierte als Lehrmeister. Als Mitarbeiter, Neuerer und Lehrausbilder wurde seine hervorragende Arbeitsleistung durch Ehrungen und Auszeichnungen hervorgehoben. Nach der Wende ging er in Rente. Aus eigener Kraft und unter großer Sparsamkeit erschufen sich Heinrichs ein Häuschen und ihr Garten liefert Spielraum für beide. Einen Sohn nahm ihnen der Tod.. Sohn Uwe wurde als Schauspieler überaus bekannt, ist in Komödien wie in Goethes Faust gleichermaßen zu Hause und verdeutlicht so die Varianten des Lebens aller Menschen – eines Lebens, das nur mit einem lachenden und einem weinenden Auge gemeistert werden kann..
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