MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gisela und Wolfgang Heinzel
Der Atem des Lebens
Chemiefacharbeiterin und Laborantin i. R.
Agraringenieur i. R.
Goethestr. 13
06862 Dessau-Roßlau
Fon: 034901 / 84318
Patricia Schultz, eine amerikanische Schriftstellerin merkte einst an: „Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge, sondern an den Momenten und Plätzen, die uns unseres Atems beraubten.“ Dem Reichtum der Sprache entsprungene Worte, die Gisela und Wolfgang Heinzel verinnerlichten und wozu sie gern ergänzen: „Und darum lebe, lebe, lebe!“
Zu leben bedeutet allerdings auch, Hürden zu überwinden und dies blieb den Eheleuten trotz Erfüllung und sinnreicher Alltagsgestaltung ebenfalls nichts erspart.
Geboren wurde Gisela Heinzel am 16.05.1950 in Zerbst. Nach der 10-Klassen-Schule ließ sie sich zum Chemiefacharbeiter ausbilden und hängte den Abschluss als Laborantin direkt hinten an. Bis zur deutschen Vereinigung arbeitete sie im Labor des Hydrierwerkes mit insgesamt ca. 2.000 Angestellten. Mit Stilllegung und Demontage des Betriebes verloren Tausende von Menschen ihren Arbeitsplatz – so auch Gisela Heinzel.
Ausweglos scheinende Lebensumstände haben mitunter ihr Gutes. Bei „Cargill“, einer der modernsten Stärkefabriken Deutschlands, fand sie ihre neue Herausforderung. Voraussetzung war, sich einer neunmonatigen Weiterbildung in Krefeld zu unterziehen, was sie natürlich auch tat. Darüber hinaus qualifizierte sich Gisela Heinzel im Fachgebiet Mikrobiologie. Mit 63 Jahren ging sie in Rente, doch erlebte sie bei „Cargill“ in Barby die schönsten Berufsjahre und fühlte sich sehr wohl in ihrem erweiterten Aufgabenbereich.
Wolfgang Heinzel wurde am 23.11.1946 in Frankfurt am Main geboren. 1956 zog die Familie offiziell nach Jeßnitz, wo er die Schule beenden konnte. Nach dreijähriger Landwirtschaftslehre schloss er das sich anschließende Studium 1968 als Ingenieur ab, begann als Praktikant an der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Rodleben und arbeitete sich im Laufe der Jahre zum Leiter der 1.000er Rinderzuchtanlage empor.
Schwerstarbeit war nach einer Bandscheibenoperation 1987 nicht mehr möglich. Wolfgang Heinzel wechselte als Leiter „Handel und Versorgung“ zum Rat der Stadt. Dem DDR-Regime eher konträr gegenüber stehend, kam seine streitbare Art der Karriere nicht zugute. Abgeworben von der HO, zog er selber die Reißleine und war bis zur Wende bei der Handelsorganisation tätig.
Im Anschluss kam ihm u. a. bei Arbeiten als Tischler, Steinmetz, als Hausmeister oder auf dem Bau sein handwerkliches Geschick sehr zugute und er ist sehr stolz darauf, bis zum Ruhestand immer Arbeit gehabt zu haben.
Das Leben verschönen gute Freunde und Sport, vor allem die Kinder sowie drei Enkelsöhne und eine Enkeltochter.. Darum: „Lebe, lebe, lebe!“ Und dies möchten Gisela und Wolfgang Heinzel noch mindestens 20 Jahre, u. a. auch dafür, um in ihrer bezaubernden Ferienwohnung noch viele Gäste begrüßen zu dürfen.