MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Eberhard Heidrich
Ein Schatzkästchen voller Edelsteine
Dreher / Karosserieklempner i. R.
Beethovenstr. 1
09669 Frankenberg
Öffnet er sein persönliches Schatzkästchen, findet er darin seine wundervolle Familie vor – eine Familie, die in jeder Lebenslage zusammen hält. Zwei Onkel wurden zu Freunden, Schwester und Schwager sind in guten und schlechten Zeiten zur Stelle. Ganzer Stolz ist Sohn Kai-Uwe und seine große Liebe war Ehefrau Hannelore. Mit all diesen familiären Edelsteinen, ließ sich der Alltag stets gut gestalten.
Geboren wurde Eberhard Heidrich am 12.09.1935 in Frankenberg. Während des Krieges wohnte die Familie direkt neben dem Lazarett und der heutige Pensionär kann die Schmerzensschreie bei Tag und Nacht nicht vergessen. Beruflich wollte er später einen Metallberuf ergreifen, was ihm beim Spinnereimaschinenbau Chemnitz mit einer Lehre zum Dreher gelang.
Drei Jahre vergingen bei der kasernierten Volkspolizei, bevor er seinen Weg in der Hydraulikfirma, dem späteres Barkas-Werk fortsetzte, somit ab 1966 wiederum in Chemnitz arbeitete und nach Absolvierung eines Schweißerlehrganges als Schweißer eingesetzt wurde.
1982 begann Eberhard Heidrich im Karosseriebau Frankenberg. In Zeiten des deutschen Umbruches wurde er zu einer Umschulung nach Hannover geschickt. Neu erlangtes Wissen über die Ersatzteilproduktion des Kleintransportes B 3 sollte keinen Nutzen mehr bringen. Zurück in Frankenberg, wurde die Produktion 1990 nur ein ¾ Jahr später endgültig eingestellt.
Während seiner Berufsära mehrfach durch Auszeichnungsreisen an die Ostsee geehrt sowie zum Bestarbeiter gekürt, war er nun gezwungen, sich mit 56 Jahren in den Vorruhestand zu begeben. Ehefrau Hannelore fertigte als Weberin für den Export bestimmte Möbelstoffe. Auch sie verlor wendebedingt ihre Arbeit, trug jedoch weiterhin noch Zeitungen aus. In liebevollster Ehe mit ihr verbunden, war es ihm wichtig, sie nicht allein gehen zu lassen und begleitete sie nicht nur auf diesen Wegen. Seine geliebte Hannelore verstarb 2013.
An allen Menschen weiß er Treue und Gutmütigkeit sowie das Vermeiden von Streit und Schwindeleien zu schätzen – Tugenden, die ihn und seine Ehe ebenfalls auszeichneten. Eberhard Heidrich ist eine durch und durch ehrliche Haut und noch immer schwärmt er von seiner rundum gelungenen Ehe.
Früher unternahm das Paar viele Reisen und größte Schwärmereien gelten Bulgarien. Erst zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau fand er die Kraft, mit einer Reise an den Gardasee wieder schöne Gegenden zu erkunden.
Sohn Kai-Uwe lebt in Chemnitz. Der gelernte Industriemechaniker arbeitet bei Siemens und lässt es sich nicht nehmen, den Senior zweimal wöchentlich zu besuchen. Und mit seinem Enkelsohn füllte sich Eberhard Heidrichs persönliches Schatzkästchen um einen weiteren Edelstein.