MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Kammervirtuose Jürgen Heinel

Posaunensola im Konzert

Jürgen Heinel

Pensionist 12685 Berlin

Im vogtländischen Auerbach wurde Jürgen Heinel 1944 geboren. Nach den acht Volksschuljahren ging er 1959 an die Hochschule für Musik nach Dresden. Dort machte er die 10. Klasse und 1965 sein Staatsexamen für Posaune und Klavier. Bereits Ende 1964 hatte er an der Berliner Staatsoper ein Probevorspiel. Daraufhin engagierte ihn das Opernhaus sofort nach seinem Abschluss in Dresden. „Ich habe dann 42 Jahre am selben Ort musiziert“, konstatiert Jürgen Heinel. 1980 wurde er als Posaunenlehrer an die Musikschule „Hanns Eisler“ berufen. An dieser Berliner Musikhochschule war er bis 2005 Lehrbeauftragter für den Posaunenunterricht und begleitete zahlreiche Schüler zum Examen. Viele von ihnen spielen in namhaften Orchestern wie dem der Staatsoper Berlin und Gewandhausorchester Leipzig. Der Hochschulunterricht lief nebenberuflich. Als Konzertposaunist hatte er allein zwischen 1982 und 1992 zahlreiche öffentliche Posaunenkonzerte gegeben. Außer im Orchester der Staatsoper war Jürgen Heinel auch bei anderen Klangkörpern ein gern gehörter Soloposaunist. So entstanden viele Mitschnitte für Tonträger – Konzerte im Rundfunk und eine CD „Virtuose Posaunenkonzerte der Romantik. „Zur Unterhaltung haben wir auch Blasmusik in Berlin gemacht“, erzählt Jürgen Heinel. Mit der Staatskapelle Berlin bereiste er die ganze Welt. Allein in Japan war er 25 Mal und gab dort auch privaten Unterricht. Unmittelbar nach der Wende erhielt er eine Einladung von der Berliner Philharmonie und spielte dort zwei Konzerte mit. „Wir Blechbläser haben auf der Treppe vom Reichstag unsere jetzige Nationalhymne gespielt. Das hat mich sehr berührt“, erinnert sich Jürgen Heinel. Sein letztes Konzert war ein Auftragswerk der Staatsoper, das der Komponist und Schlagzeuger Joachim Gruner, der auch international für Blechspieler arbeitet, extra für ihn schrieb. Es wurde 1991 im Schauspielhaus mit der Staatskapelle Berlin uraufgeführt. Doch auch jetzt noch lässt er mit dem BVG-Orchester seine Posaune ertönen. Da gibt es Konzerte an verschiedenen Orten. „Wir spielen Swing, aber auch Klassik“, berichtet Jürgen Heinel. Seit 1974 lebt Jürgen Heinel mit seiner Frau Rosemarie, die er 1965 heiratete. Die Sommermonate verbringt er auf einem Wochenendgrundstück. Doch auch in seiner Stadtwohnung genießt er den „guten Blick ins Grüne“. Sein musikalisches Schaffen macht ihn zufrieden. Doch stolz ist Jürgen Heinel vor allem darauf, „dass wir eine große intakte Familie haben“. Die drei erwachsenen Kinder brachten auch bereits fünf Enkel mit ein. Und mit diesem Nachwuchs befasst sich Jürgen Heinel besonders gern.
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