MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. Hans-Dietrich Heidrich

„Organisieren und dranbleiben“

Hans-Dietrich Heidrich
Tierarzt

07551 Gera

Weil ein kleiner Dackel krank war und zum Tierarzt musste, wurden sie ein Paar, der Tierarzt und die Lektorin. Seit 57 Jahren ist Hans-Dietrich Heidrich mit seiner Frau Christine verheiratet. Zwei Kinder haben sie großgezogen. Der Sohn wurde Zahnarzt, die Tochter Ärztin. Inzwischen gehören vier Enkel zur Familie. Nach dem Abitur 1948 am Gymnasium in Eisenberg, dem Studium in Leipzig, der Promotion und Praktika kommt Hans-Dietrich Heidrich nach Gera. Der junge Tierarzt beginnt, eine Tierklinik aufzubauen. Nur zehn dieser Einrichtungen gab es zu dieser Zeit in der DDR. Die Geraer Klinik spezialisiert sich auf die Behandlung von Pferden und Rindern. Bei Pferden sei viel Hufkrebs aufgetreten, der chirurgisch behandelt wurde. Die Rinder hätten zumeist metallische Gegenstände, wie kleine Messer oder Hufnägel, gefressen, erzählt Dr. Heidrich. Stationäre Aufnahme finden in dem „Tierkrankenhaus“ auch Hunde und Katzen. Drei Tierärzte und mehrere Pfleger kümmern sich um die Vierbeiner. Zum Team gehören auch ein Hufschmied und ein Kraftfahrer. Bis 1976 leitet Dr. Heidrich die Klinik. Parallel forscht er über Rinderkrankheiten und schreibt seine Habilschrift. Nach der Schließung der Klinik arbeitet er als praktischer Tierarzt und erwirbt den Fachtierarzt für Rinder. 1980 wird er leitender Tierarzt in der Rindermastanstalt Rubitz. 18000 männliche Tiere stehen in ihren Ställen. Jeden Monat werden 1000 Kälber gekauft und eineinhalb Jahre gemästet. Durch diese Massentierhaltung habe es viele Krankheiten gegeben, so der Tierarzt. Nach einem Herzinfarkt 1989 geht er in Pension. Zweimal hatte man dem renommierten Tierarzt eine Professur angeboten. Er lehnte ab, eine akademische Laufbahn wollte er nicht einschlagen. Anders seine Frau, die Lektorin an der Universität Leipzig war und später an Fachschulen Englisch und Russisch unterrichtete. Ihr Mann habe ihr zur Promotion geraten, meint Dr. phil. Christine Heidrich. Viel Kraft und Zeit steckte Dr. Heidrich in ein Fachbuch. „Rinderkrankheiten“ ist eine praktische Anleitung, um Tierärzten bei der Diagnose zu helfen. Die Heidrichs lieben das Theater. Seit vielen Jahren besitzen sie ein Abonnement. Sie wandern viel und schätzen ihren Garten als grüne Oase. Dr. Heidrich fährt gern Auto. Und wenn es das richtige Buch ist, dann legt er es so schnell nicht aus der Hand. Organisieren, dranbleiben, darin sieht Dr. Heidrich seine Stärken. Und sein Glück, das sei ein Leben in Harmonie, betont der 82jährige.
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