MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Reinhard Barthel
Zuverlässigkeit und Treue
Dorfstr. 37
09661 Striegistal OT Dittersdorf
Reinhard Barthel wurde am 19.02.1953 im sächsischen Döbeln geboren und wuchs mit einer älteren Schwester und einem jüngeren Bruder auf. Seine Eltern waren selbstständig und führten bis 1973 eine Eisenwarenhandlung. „Wir wohnten zusammen mit den Großeltern direkt über dem Geschäft und hatten eine harmonische Kindheit. Der gute Geist unserer Familie war eine Tante, die uns versorgte, während Mutter und Vater im Laden zu tun hatten. Auch mein Onkel, Günter Pirl, der sehr sportlich war und mich in der Jugend auf dem Gebiet der Leichtathletik unterstützt hat, wurde zu meinem Lebensvorbild“, erzählt Reinhard. Von 1959–1969 besuchte er die Döbelner Schulen auf dem Lutherplatz und dem Schlossberg. Im Anschluss absolvierte er eine zweijährige Lehre als Maschinenbauer bei der Firma Liebert & Gürtler, zwei echten Autoritäten auf diesem Gebiet. Nachfolgend arbeitete Reinhard Barthel ein Jahr als Schlosser in der Elektrowerkstatt, bevor er seinen Wehrdienst ableistete und in den ehemaligen Lehrbetrieb zurückkehrte. Dieser wurde 1973 zwangsverstaatlicht und firmierte fortan unter dem Namen VEB Werkzeugmaschinenfabrik Döbeln. Ab 1980 wurde daraus der VEB RASOMA. Reinhard Barthel war nach seiner Armeezeit in der mechanischen Abteilung tätig, der sogenannten Großteilfertigung. Parallel machte er 1978 den Abschluss seines Meisterstudiums und arbeitete in dieser beruflichen Position bis zu seiner gesundheitsbedingten Pensionierung 2013. Im Zuge der Wende wurden ca. 100 Mitarbeiter auf 40 reduziert und das Tätigkeitsfeld erfuhr eine weitreichende Umstellung. „Wir haben Baumaschinen repariert, Autotaktstraßen überholt und die verschiedensten Aufträge übernommen“, berichtet Reinhard Barthel, der trotz aller Veränderungen immer gern zur Arbeit gegangen ist. Privat war er zweimal verheiratet. Seine erste Frau verstarb nach 13-jähriger Ehe 1986. Die zweite Partnerin erlag 2015 ihrer Krebserkrankung. Beide Verbindungen blieben kinderlos. Bis heute lebt Reinhard Barthel auf seinem Bauernhof in Dittersdorf und war Mitglied der Freiwilligen Ortsfeuerwehr. „Mit deren Auflösung 2017 haben wir einen Feuerwehrverein gegründet, wo wir uns regelmäßig treffen können und nicht ganz aus den Augen verlieren“, berichtet er. Außerdem singt er seit 2000 im Gesangsverein „Liedertafel Böhrigen“. „Leider fehlt es auch hier an sangesfreudigem Nachwuchs“, bedauert Reinhard. In der Freizeit genießt der rüstige Senior die Natur und das Basteln in seiner Werkstatt. „Natürlich gibt es auch auf dem Grundstück immer genug zu tun“, schmunzelt er. Für die Zukunft wünscht sich Reinhard Barthel vor allem Selbstständigkeit, um noch so lange wie möglich auf seinem vertrauten Anwesen bleiben zu können, mit dem ihm viele Lebenserinnerungen verbinden.