MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gertraude und Hans Barthel
Ein wunderbares Kompliment für die eigene Frau
Postangestellte i. R.
Hausmeister i. R.
An der kleinen Striegis 31
09669 Frankenberg OT Langenstriegis
Fon: 037206 / 71840
Gertraude Barthel wurde am 18.12.1947 als Tochter von Landwirten geboren. Natürlich musste sie viel auf dem Gut helfen, doch war die Arbeit erledigt, konnte sie große Freiheit genießen. U. a. erlebte sie auf dem Pferdeschlitten mit allen Nachbarskindern eine herrliche Zeit und im Sommer betrachtete sie die Feldarbeit beinahe als Spiel.
Nach der Schule arbeitete sie in einer Bäckerei, besuchte die Berufsschule und begann bei Fa. Hempel in Frankenberg – einer Firma für Posamentenherstellung. Nachdem der Betrieb auf modernere Maschinen umgestellt hatte, war die Staubentwicklung um ein Vielfaches gestiegen. Gertraude Barthel litt bereits unter Asthma und konnte dieser gesundheitlichen Belastung nicht standhalten.
1975 wechselte sie nahtlos als Betreuerin in einen Kindergarten und begab sich nach Geburt ihres Sohnes Kai in dreijährige Babypause. Im Anschluss fand sie Arbeit in der Poststelle und war privat wie beruflich sehr glücklich. 1992 nahm die Freude in Nachwendezeiten ein jähes Ende. Die Post wurde geschlossen, sie als Zustellerin eingesetzt und schlagartig ging der Spaß an der Arbeit verloren. Die Strapazen waren so groß, das Gertraude Barthel einen Nervenzusammenbruch erlitt. 2003 ging sie in den Vorruhestand.
Ehemann Hans wurde am 20.01.1940 in Hainichen geboren und wuchs in Riechberg auf. Noch nicht zwei Jahre alt, kam er zu Pflegeeltern. Der Berufseinstieg war von verschiedenen Firmen begleitet. U. a. arbeitete er in der Rosshaarweberei, in der Wattefabrik oder im Sägewerk. Besonders in letzterem hatte er extrem schwere Arbeit bei Hitze, Kälte, Regen oder Schnee zu verrichten. Seine letzte Berufsstation führte ihn in die Profession eines Schulhausmeisters. Zwar musste er nachts heizen, um für die Kinder warme Schulräume vorzubereiten, doch diese 10 Jahre zählen zu den schönsten seines gesamten Berufslebens. Nach der deutschen Vereinigung wurde die Schule geschlossen und auch Hans Barthel begab sich in den Vorruhestand.
Im Nachgang ist Gertraude Barthel sehr froh, allen Herausforderungen gewachsen gewesen zu sein. Sie kümmerte sich um Kind und Haus, ging ihrem Beruf nach und pflegte die Eltern. Als sie endlich mehr Zeit hatte, trat sie als Rentnerin dem Kirchenchor bei, während sich ihr Mann gern beim Männerabend vergnügt.
Sohn und Schwiegertochter sind Gemeindepädagogen und schenkten ihren Eltern drei Enkel. Hans Barthel fand seine Hobbys im Körbe flechten und Sensen dengeln. Gertraude Barthel geht darin auf, für ihre Enkel da sein zu dürfen. Ihr Mann möchte jedoch noch eines ergänzen: „Ich bin sehr stolz darauf, eine so hübsche Frau zu haben, die täglich fest im Leben steht.“ Was für ein Kompliment!