MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Karin Basler

„Die ist noch einen Zacken besser als die Mutter...“

Karin Basler

Siedlung 26
06139 Petersberg OT Teicha

...sagt man in Teicha von der 1947 geborenen Karin Basler. Sie hat wohl die Dynamik geerbt, die ihre Mutter im Ort bekannt werden ließ. Dabei erinnert sie sich noch, wie sie als Kind durch eben dieses mütterliche Engagement oft auf sich alleine gestellt war und das bedauert zu haben. Aber es lehrte sie eben auch für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, sich vorwärts zu kämpfen. Nach Abschluss der 10. Klasse begann sie eine Ausbildung zur Friseurin, musste diese jedoch bald wegen entstehender Hautprobleme abbrechen. Die chemischen Produkte des handwerklichen Berufes waren somit der Auslöser einen anderen Berufsweg einzuschlagen. Sie nahm bei der Staatlichen Versicherung die Arbeit auf, erlangte in der Abendschule den entsprechenden Facharbeiterabschluss. Private Lebensumstände (durch Tod des Partners verhinderte Eheschließung, alleinerziehende Mutter zweier Kinder), forderten ihr Entwicklung ab, ihr Chef förderte das berufliche Fortkommen mit Blick auf die Zukunft der jungen Frau. „Mädel, du musst arbeiten, Geld verdienen“, schätzte er ihre Situation ein, sie um diesen Umstand wissend sanft auf der Karriereleiter vorwärts treibend. Als die Wende kam, trug sie als Sektorenleiterin selbst Verantwortung für die Arbeit von 40 Mitarbeiterinnen. Mit dem Zusammenschluss zur Allianz erhöhte sich diese Zahl sogar manchmal auf 90. „Für mich gerade richtig, ich brauche Power“, erzählt Karin Basler und davon, wie sie trotzdem nach der Wende die Arbeitslosigkeit kennenlernte, als sie in der Firma Tropper das „Licht ausmachen musste“, ihre Dienstleistungstätigkeit für die LVA und das Statistische Landesamt nicht mehr benötigt wurde. Mit 62 Jahren und 500 € ging sie in die Arbeitslosigkeit. „Vergattert“ das Abitur nachzuholen, einen jugendlichen Coach an der Seite, der sie in das Arbeitsleben zurückbringen sollte, war das eine frustrierende Erfahrung. Ebenso das gelernte nicht mehr anwenden zu dürfen mit der Begründung „zu alt“ zu sein. Gut, dass sie schon immer nebenbei in der kulturellen Szene aktiv war. Reingewachsen durch Bekannte und die Mutter, in den Chor wegen einer verlorenen Wette eingetreten, ist sie seit 2012 nun Vorsitzende des Heimatvereins und als Gemeindevertreterin und Abgeordnete für DIE LINKE engagiert. Anfeindungen wie „...für dich rotes Schwein habe ich einen Kälberstrick zu liegen....“, musste sie als Teil der neuen Demokratie kennenlernen, die nicht die Arbeit, sondern die Überzeugungen hinterfragte und subjektiv wertete. Indessen hat sich das etwas relativiert, sind die Menschen wieder objektiver geworden, was sich in der Anzahl der Wählerstimmen ausdrückt und der wachsenden Anerkennung widerspiegelt. „Mehr Schein als Sein“ hat sich eben doch nicht durchsetzen können, solides Engagement, soziale Kompetenz hingegen schon. „Zwei süße Mädels“ nennt Karins Mutter ihre beiden Enkelinnen, die bei soviel familiärem Unternehmerdrang sicher auch ihren Weg gehen werden.
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