MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Jurist Hans Bauer
Der Überzeugung treu bleiben
Rechtsanwalt
Wilhelm-Guddorf-Str. 24
10365 Berlin
Im thüringischen Ufhoven (Bad Langensalza) 1941 geboren, lebt Hans Bauer schon seit vielen Jahren in Berlin. Die Mutter zog ihn und die Schwester alleine groß, nachdem der Vater an Kriegsfolgen früh verstarb. 1947–1959 besuchte er die Schule, schloss mit dem Abitur ab. Zwei Jahre verpflichtete er sich zum Dienst in der Nationalen Volksarmee der DDR in Prora auf Rügen. Dann ging es zum Studium der Rechtswissenschaft in die Hauptstadt. 1961–1965 wurde er an der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Wissen für seine zukünftige Tätigkeit vertraut gemacht, der Diplom-Abschluss wies ihn als Juristen aus. 1973–1978 qualifizierte er sich im Fernstudium zusätzlich zum diplomierten Gesellschaftswissenschaftler. Nach einem Assistentenjahr (1965–1966) wurde er im Mai 1966 zum Staatsanwalt ernannt, führte nun selbständig Ermittlungen, stellte Strafanträge, erhob Anklage. Sein Tätigkeitsgebiet umfasste fast ausschließlich das Strafrecht, obwohl er in Ausnahmefällen auch in den Bereichen Familien- und Arbeitsrecht tätig wurde. Von der Kreisstaatsanwaltschaft wechselte er zur Bezirksstaatsanwaltschaft und wurde 1971 Staatsanwalt beim Generalstaatsanwalt der DDR, stieg zum stellvertretenden Generalstaatsanwalt auf. Bis zum Ende der DDR als Staat am 02.10.1990 wirkte er hier, auch auf internationalem Gebiet. So nahm er an UNO- und internationalen Kongressen zur Kriminalitätsprävention teil, bearbeitete für das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten Menschenrechtsfragen. Von 1982–1985 wirkte er als Berater des Generalstaatsanwalts der VDR Jemen, wohin ihn seine Frau Gisela (Heirat 1965, 2006 verstorben, zwei Kinder, drei Enkel) begleitete. Mit der staatlichen Vereinigung als Staatsanwalt abgewickelt, absolvierte er ab 1990 Weiterbildungen in bundesdeutschem Recht. Erst unter Vorbehalt, dann zwei Jahre später wurde er als Rechtsanwalt zugelassen. Seit 1993 arbeitet er, zeitweise in Kanzleigemeinschaft, auf den Gebieten Straf-, Verkehrs-, Arbeits- und Familienrecht. Seitdem nutzt er seine Erfahrungen auch für ehrenamtliche Tätigkeit. Als Mitbegründer (1993) und Vorsitzender (2005) der Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung (GRH) e. V. sowie als Vizepräsident des Ostdeutschen Kuratoriums von Verbänden e. V. (2008) ist es ihm Anliegen, von der Bundesrepublik aus politischen Gründen verfolgte DDR-Bürger wie westdeutsche Sympathisanten rechtlich zu beraten, zu unterstützen, zu vertreten sowie für eine wahrheitsgemäße Geschichtsaufarbeitung zu wirken. In diesem Sinne veröffentlichte er als Mitautor und Herausgeber Publikationen, u. a. "Siegerjustiz?", "Es reicht", "Grenzdienst war Friedensdienst".