MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Inge Barthe
Stets nach neuen Herausforderungen im Beruf gesucht
Geschwister-Scholl-Str. 2
01445 Radebeul
Fon: 0351 / 4707119
Wenn man Inge Barthe danach fragt, was sie an anderen Menschen besonders schätzt, so antwortet sie sofort und spontan, dass sie es am liebsten mit ehrlichen Menschen zu tun hat. Die Mutter eines erwachsenen Sohnes und stolze Großmutter von drei Enkelsöhnen hat die Herausforderungen des Lebens stets mit Selbstbewusstsein und Courage gemeistert. Vor allem der Vater, der mit 78 Jahren verstorben ist, ist ihr zu seinen Lebzeiten stets ein verlässlicher Partner, der ihr bis zum Schluss so manche Lebensweisheit mit auf den Weg gibt. Als Rentnerin kümmert sie sich vor allem um die Tomaten auf ihrem Balkon, diese verschönen ihn nicht nur, sondern sind auch gesund.
Inge Barthe kommt am 6. Februar 1936 in der Geburtsklinik des Krankenhauses Friedrichstadt in Dresden zur Welt. Mit ihrer sieben Jahre älteren Schwester wächst sie inmitten der freien Natur in Leubnitz auf. Diese Naturverbundenheit hat sie sich bis heute bewahrt.
Mit 14 Jahren schließt Inge Barthe im Jahr 1950 die Schule mit der 8. Klasse ab und beginnt eine Lehre als kaufmännische Angestellte im Betrieb DHZ Holz Dresden, dessen Hauptsitz sich auf dem „Weißen Hirsch“, dem Nobelbezirk von Dresden, befindet.
In ihren jungen Jahren macht Inge Barthe auch Erfahrungen mit den Auswüchsen des „Kalten Krieges“. Während einer Dienstfahrt zur Klärung organisatorischer Fragen in Vorbereitung eines Kinderferienlagers, gerät das Betriebsauto ins Grenzgebiet. Die Gruppe (Parteisekretär, Ökonomischer Leiter und sie als Einkaufsleiterin) wird festgenommen und Inge Barthe verbringt einen Tag im Gewahrsam der Grenztruppen. Ursache sind Reparaturarbeiten an der Straße, wodurch das Schild „Achtung Grenze“ verdeckt war.
Die junge Frau erlebt die Demonstrationen und Proteste während des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 mit, im selben Jahr schließt sie ihre Lehre ab. Anschließend übernimmt sie ihr Ausbildungsbetrieb als Disponentin für den Holzverkauf, wo sie vor allem die Lieferkosten zu berechnen hat. In dieser Zeit lernt Inge Barthe ihren Mann kennen, der die junge Familie nach einem Jahr verlässt, um in die Bundesrepublik überzusiedeln. Sohn Tobias wird im Jahr 1960 geboren.
Im Jahr 1958 legt sie das Abitur ab, wechselt 1962 in einen Betriebsteil der Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB Möbel) im Dresdner Stadteil Strehlen und besteht im selben Jahr erfolgreich die Abiturprüfungen.
Inge Barthe hat in ihrer beruflichen Laufbahn immer nach neuen Herausforderungen gesucht. Im Jahr 1963 fängt sie beim Rat des Kreises an. Dieser schlägt ihr eine Delegierung zum Studium vor, von 1963–1967 studiert sie Industrieökonomie in Rodewisch, schließt als Dipl.-Ind.-Ökonomin ab. Anschließend arbeitet sie als Finanzplanerin und Einkaufsleiterin in verschiedenen Betrieben und erwirbt sich als Führungskraft sowohl bei ihren Kollegen als auch bei ihren Vorgesetzten Anerkennung. Seit 1997 genießt Inge Barthe ihren wohlverdienten Ruhestand.