MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Norbert Bartsch
„Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.“ Nicolas Chamfort
Gemeindereferent
Wolfener Str. 58
06803 Greppin
Fon: 03493 / 922752
Viele Berufswünsche hatte der 1968 geborene Norbert Bartsch. Koch wollte er lange Zeit werden. Dann in die Fußstapfen des Vaters treten und Facharbeiter für Eisenbahntransporttechnik werden. Die Schmiede des Großvaters, in der er groß geworden war, inspirierte ihn schließlich ein Handwerk zu erlernen und so wurde er Heizungsmonteur. Zwei Jahre lernte er, anschließend arbeitete er im VEB Technische Gebäudeinstallation Bad Fankenhausen. Der Einberufung zum Wehrdienst entging er durch seine christliche Haltung, sein großes Engagement in der katholischen Jugendarbeit und dem zum Ausdruck bringen seiner Einstellung, sowie dem Eintritt der politischen Wende in der DDR. In einem christlichen Elternhaus und der Kirche groß geworden, interessierte ihn schon frühzeitig die Arbeit mit den Menschen. „Selbst auf dem Bau habe ich mehr erzählt, als dass ich gearbeitet habe“, lacht er zurückblickend. „Weil mir die Menschen einfach wichtig waren“, erklärt er dazu. 1990–1993 ergriff es deshalb die gebotene Möglichkeit und studierte Religionspädagogik und Katechetik in Magdeburg (Fachschulausbildung). Ein praktisches Jahr folgte, danach zwei Jahre Assistenzzeit zur Berufseinführung. Während des Studiums lernte er seine Frau Beate kennen (Gemeindereferentin in Bitterfeld, Heirat 1993), mit der er heute die gemeinsamen Söhne Lukas, Jonas, Felix und Frederik hat. In verschiedenen Gemeinden war Norbert Bartsch bisher tätig, ist jetzt Gemeindereferent in Dessau. In seinem Wohnort Greppin gehörte vor neun Jahren zu den Gründungsmitgliedern des Heimatvereins, sorgt heute mit für die Pflege und den Erhalt von Brauchtum im Ort, sowie dessen Belebung mit Festen und Feiern, Weihnachtsmarkt und Förderung Verein übergreifender Verbindungen. Seit vielen Jahren engagiert er sich als Ratsmitglied in der Kommunalpolitik im Ort, weil es für ihn ein inneres Anliegen ist, neben seiner pastoralen Tätigkeit „über den Tellerrand hinaus“ aktiv zu sein. Das ist selbstverständlich, sagt er, wenn man sich für seinen Ort interessiert. Und auch beruflich hat er es schon immer nach diesem Grundsatz gehandelt und versucht, Jugendliche über die Kirchengrenze hinaus zu erreichen. Als Schulelternratsmitglied begleitet er gestaltend die Entwicklung seiner eigenen Kinder. Mit Stolz berichtet Norbert Bartsch von der Initiative 2013 innerhalb des Bundes der deutschen katholischen Jugendlichen. Mit vereinter Kraft regionaler Firmen und leistungsbereiter katholischer Jugendlicher wurden hierbei vier Projekte verwirklicht: Die Grundschulen Wolfen Nord und Bitterfeld erhielten eine neue Sprunggrube, im Kindergarten Holzweißig wurde der Turnraum renoviert und in der Gemeinde Edith Stein ein neuer Spielplatz gebaut. Ausgleich zum turbulenten Alltag findet Norbert Bartsch in seinem Garten, wenn er mit seinen „Oldies“ (175-er MZ, Mopeds Schwalbe und Simson, DDR-Wohnwagen) durch die Gegend fährt (Mitglied Oldtimerverein) oder am Feuer entspannt. Ein Traum wäre es für den leidenschaftlichen Hobbykoch, vielleicht einmal in zehn Jahren eine kleine Gaststätte zu führen – innerhalb eines Teams mit einem Sozialpädagogen, einem Juristen und Gastronomie-Freunden – in der behinderte Menschen sozial integriert sind und der Arbeit nachgehen können.