MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Holger Barthel

Am Boden geblieben

Holger Barthel

Berufssoldat
04600 Altenburg

Er möchte fliegen können, ist aber ein geerdeter Mensch, am Boden geblieben und dennoch dem Flugverkehr über Deutschland sehr nahe. Geboren wurde Holger Barthel 1968 in Apolda, hier wuchs er auf, hier schloss er die Schule mit der 10. Klasse ab. Technisch interessiert, entschied er sich für eine Ausbildung zum Facharbeiter für Nachrichtentechnik, die er bei der Deutschen Post in Erfurt absolvierte. Bereits zuvor, im Alter von vierzehn Jahren, stand für ihn fest, einmal beruflich im technischen Dienst der Armee seine Zukunft zu suchen, die Lehre war erster konsequenter Schritt. Mit der Verpflichtung zu fünfzehn Jahren Dienst bei der damals Nationalen Volksarmee der DDR (NVA) konnte er auch die gewünschte Laufbahn bei den Radareinheiten einschlagen. Den Berufsabschluss in der Tasche ging es zur militärischen und militärtechnischen Ausbildung nach Bad Düben, wo er in den funktechnischen Einheiten bis 1994 blieb. Ernsthafte Probleme gab es nur, als während der Ereignisse im Herbst 1989 (Montagsdemonstrationen in Leipzig), die wesentlich zum Ende der DDR führten, er und seine Kameraden auf Einsätze vorbereitet wurden, die friedlichen Demonstranten niederzuknüppeln. Aber ein Einsatzbefehl blieb aus. Holger Barthel erlebte die Ohnmacht und das Ende eines Staates, aber konzentrierte sich auf seine technischen Aufgaben, die auch zu bewältigen waren, als ebenso die NVA und ihre Strukturen nur wenige Monate später Geschichte wurden. Der Spezialist für Radartechnik zur Luftraumüberwachung war weiter gebraucht. Im Dienstrang eines Fähnrichs ist er inzwischen Teil der Bundeswehr, erhielt anfangs einen Zweijahresvertrag, ist inzwischen Berufssoldat und denkt es bis zur Pensionierung zu bleiben. Wurde in den ersten Jahren nach dem Übergang zur Bundeswehr noch mit sowjetischer Technik gearbeitet, entsprechen die Radaranlagen in denen er seit 1995 Dienst tut, dem höchsten technologischen Standard. Von 1995 bis 2009 war er in Döbern (Lausitz) stationiert, seit September 2009 ist die Radarstation in Gelind (östliches Thüringen) sein Standort. Der ledige Mann hat jedoch nicht nur technische Interessen, insbesondere widmet er sich der Lektüre zu historischen Themen vom Mittelalter bis zu Napoleon. Seit seinen Lausitzer Jahren ist ihm das Wandern angelegen, damals in den weiten Wäldern rund um Weißwasser, heute im nicht ganz so ergiebigen Altenburger Umfeld.
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