MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Brigitte Bartz

Die Verkaufsstellenleiterin mit dem Wunsch der Unsterblichkeit

Brigitte Bartz

Straße 39 Nr. 42
13129 Berlin

In Ostpreußen geboren, musste die 1938 geborene und 1944 eingeschulte kleine Brigitte durch Evakuierung den Schulbesuch unterbrechen. In Ferbellin ansässig geworden, beendete sie hier die 8. Klasse und hätte gerne einen Beruf ergriffen, der ihr eine Tätigkeit im Büro ermöglichte. Doch die Mutter entschied anders und so wurde sie Fleischverkäuferin, lernte zwei Jahre in einer privaten Fleischerei in Falkensee. Innerhalb des Ortes wechselte sie die Arbeitsstelle, blieb zwei Jahre, wollte dann aber nach Berlin. Weil sie unternehmungslustig war, wie sie heute erzählt. Die Grenze zu Westberlin war noch offen und eine Grosstadt versprach zudem Abenteuer. Die Arbeitsstelle in einer privaten Fleischerei im Prenzlauer Berg bot Kost und Logie und die Genehmigung für den Aufenthalt. Als sie in dieser Fleischerei ihren Mann Klaus (Beruf Fleischer, verstorben 2000) kennen lernte, wurde aus dem Aufenthaltsort die Heimatstadt. 1959 wurde geheiratet, 1960 Sohn Peter geboren (seit 1999 in Thailand), 1961 die Grenze geschlossen. „Dann ging es uns dreckig“, erzählt Brigitte Bartz heute. Das Geld reichte nicht, sie musste dringend wieder eine Arbeit aufnehmen und tat dies bei der HO (Handelsorganisation). 1962 auf Probe eingestellt, setzte man sie ständig in anderen Läden ein, was die Betreuung des Sohnes erschwerte. Sie intervenierte, beanspruchte eine Festanstellung und erhielt diese auch. Als Verkäuferin beginnend, wurde sie schnell als Vertretung des Verkaufsstellenleiters eingesetzt und schließlich ab 1965 in einer Fleischerei in der Stolpeschen Straße als Leiterin dieses Spezialgeschäftes für Wild und Geflügel. In diesem, im Oktober des Jahres 1965 erst eröffneten, Laden arbeitete auch ihr Mann als Fleischer, so dass fachliche Kompetenz sich doppelte und bis zur Wende erfolgreich gearbeitet werden konnte. Die durch ihren Mann teilweise veredelten Produkte erfreuten sich großer Beliebtheit. Der Absatz war entsprechend gut und mit Auszeichnungen wie mehrfacher Aktivist und Verdienstmedaille der DDR bedankte man sich bei der engagierten Verkaufsstellenleiterin für ihr Tun. Den Umstrukturierungen nach der Wende war es zu verdanken, dass Brigitte Bartz in einer Kaufhalle als Abteilungsleiterin für eine Fischabteilung eingesetzt wurde, vier Mitarbeiter führte und sogar Lehrlinge ausbildete. 1998 ging sie in den Ruhestand. Heute genießt sie Haus und Grundstück, die Zeit mit ihrem Lebensgefährten Gerhard und betrachtet Zufriedenheit im Leben als Glück. Um das noch lange zu erleben, wäre sie gerne unsterblich.
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