MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Karla Heermann

„Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon.“ (Jean de La Fontaine)

Karla Heermann

Landwirtin
Altenburger Str. 4
04654 Frohburg
Fon: 034348 / 51407

Als jüngstes von drei Kindern in eine Landwirt-Familie 1942 hineingeboren, berichtet Karla Heermann von einer Kindheit mit viel Arbeit und großer Trauer. Ihr Vater wurde aufgrund seines Engagements verhaftet und in das KZ Buchenwald gebracht. Hier verhungerte er kläglich, fand seine letzte Ruhe in einem Massengrab. Karla Heermann kennt ihn nur von Bildern, musste ohne ihn aufwachsen. Für die Mutter bedeutete das den riesigen landwirtschaftlichen Hof alleine zu bewältigen. Der älteste Sohn übernahm dabei viele Aufgaben und ein kleines Stückchen Glück im Unglück bestand zudem darin, dass der Hof über eigene Landmaschinen verfügte. Die Mutter heiratete nach dem prägenden Erlebnis nie mehr. Tochter Karla kann heute noch den Schmerz fühlen der im Elternhaus lange Zeit herrschte. Das große Gut erforderte jede helfende Hand. Auch das Mädchen Karla musste zeitig zupacken. 1948–1956 besuchte sie die Schule. Von vornherein war klar und für sie „seit der Wiege selbstverständlich“, dass ihre berufliche Zukunft auf dem elterlichen Hof liegen würde. So besuchte sie nach Schulabschluss die Berufsschule, lernte Landwirtschaft. Viel theoretisches Wissen konnte man ihr nicht vermitteln, denn ihr eigenes Wissen war durch ihre praktischen Erfahrungen teilweise bereits umfassender als das was ihr vermittelt werden sollte. Bis zu ihrer Hochzeit arbeitete sie auf dem Hof ihrer Mutter, danach zog sie zu ihrem Mann Siegfried (verstorben), der ebenfalls in der Landwirtschaft tätig war. Zwei Kinder gingen aus der Ehe hervor: Tochter Carmen, heute als Buchhalterin tätig und Sohn Jens, ebenfalls Landwirt. Beide haben indessen für mehrere Enkel gesorgt. „Alleine sein ist nicht schön“ sagt Karla Heermann und betrachtet es deshalb als Glück nochmal einen Lebensgefährten gefunden zu haben. „Doch ich wohne in Frohburg und er in Marbach, denn jeder von uns hat ein Haus. Aber wir haben beide ein Auto und können zueinander fahren und gemeinsame Zeit verbringen“ erzählt sie davon. Ihr gesamtes Berufsleben hat sie in der Landwirtschaft verbracht. Sie hat den Wandel von der Privat- in die Kollektivwirtschaft miterlebt und die Wut ihres Bruders darüber in die LPG gezwungen worden zu sein. Die Kartoffelrodemaschine hat er deshalb zerstört. „Wir wurden als Arbeitskräfte in die LPG übernommen. Ich habe dann im Pflanzenbau und in der Tierwirtschaft gearbeitet“ berichtet sie. Der Gang in den Ruhestand fiel ihr nicht schwer, denn das eigene Grundstück und eigene Viehzeug sorgten für weitere Beschäftigung. „Ei Gott, was man alles erlebt hat....“ schüttelt sie in Erinnerung den Kopf. „Ohne etwas zu tun, geht gar nicht...“ erzählt sie davon sich im Sommer dem Garten und im Winter den Handarbeiten zu widmen. Neben gesund zu bleiben ist ihr größter Wunsch, dass ihr altes Auto ihr noch lange die sehr geschätzte Beweglichkeit erhält.
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