MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ursula und Jürgen Hedrich

Entspannung mit Auto und Garten

Ursula und Jürgen Hedrich

Gastronomin
Flugzeugmechanikermeister
07552 Gera

Sie sind seit vier Jahrzehnten glücklich miteinander verheiratet. Ursula und Jürgen Hedrich aus Gera haben sich in Berlin kennengelernt und wohnen in Ursulas Elternhaus in Gera. Während er, 1945 in Berlin geboren, sich schon immer für Autos interessiert hat, beschäftigt sie sich als gebürtige Thüringerin gern im Garten am Haus. 1932 in Langenberg, das heute zu Gera gehört, ist Ursula als Tochter eines Tischlermeisters und einer Hausfrau hier aufgewachsen und acht Jahre lang zur Schule gegangen. Danach lernte sie zwei Jahre Kastentischlerin, was aber nicht ihr Ding war. Sie fing 1954 in der Hecho (Keramische Werke) in Gera an und verdiente als Löterin gutes Geld. 1954 heiratete sie einen Berliner, der als Koch 1956 eine HO-Gaststätte in seiner Heimatstadt übernommen hatte. Ursula, Mutter einer Tochter (Heidemarie, geboren 1951, Finanzjuristin) und Oma eines Enkelsohnes (geboren 1981, promovierter Physiker), stieg mit ein. Das Paar betrieb von 1958-1970 ein Park-Café in der Hauptstadt, das sehr gut ging. Es gab nur Arbeit. 1970 starb ihr erster Mann. Sie wechselte in zwei andere Gaststätten, erst in der Friedrichstraße, dann nach Friedrichshain. 1976 kehrte sie nach Gera zurück, ihre Mutter war gestorben, sie übernahm ihr Elternhaus und betrieb vier Jahre lang die Gaststätte „Hemmschuh“. Aufgrund einer schweren Krankheit wurde Ursula Hedrich 1980 Rentnerin. Für ihren zweiten Mann Jürgen, Sohn eines Maurers und einer Verkäuferin, der nach der 10. Klasse eine Schlosserlehre (zwei Jahre) machte, war die Gastronomie nicht das richtige Betätigungsfeld. Er hatte es zwar versucht, seine Frau, der er nach Gera gefolgt war, beruflich zu unterstützen, aber nach zehnjähriger Dienstzeit als Berufssoldat fiel ihm das sehr schwer. Bei den Luftstreitkräften erfüllte er sich seinen Kindheitstraum und ließ sich zum Flugzeugmechaniker ausbilden. Er wurde sogar Meister seines Faches und erinnert sich noch genau an die Begegnungen mit dem späteren Fliegerkosmonat Siegmund Jähn. „Während seiner Trainingszeiten habe ich ihn sogar im Flieger angeschnallt“, blickt Jürgen Hedrich stolz zurück. Zurückgekehrt ins zivile Leben, arbeitete er für den Magistrat der Hauptstadt der DDR als Kaderinstrukteur, später im Elektroamt des Magistrates als Sicherheitsinspektor. Wie gesagt, die Gastronomie in Gera war nicht seine Erfüllung, statt dessen war er als Schlosser im Kraftfahrzeuginstandsetzungswerk (Kiw) Gera tätig und bis zur Wende im Meliorationsbau beschäftigt. Als die Wende kam, „ging es für ihn beruflich bergab“, wie Jürgen Hedrich erklärt. Er hielt sich mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) über Wasser, wurde dann arbeitslos und schließlich mit 58 Jahren in die Rente mit 18 Prozent Abschlägen gezwungen. Auch er hat eine Tochter, Enkel- und Urenkelkinder. Mit seiner Frau Ursula will Jürgen Hedrich noch schöne Jahre gemeinsam verbringen und möglichst gesund bleiben. Das wünschen sich beide Ehepartner vor allem.
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