MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Uta und Armin Haufe
Das Leben in der Praxis erlernen
Pädagogen
Str. der Einheit 50
04769 Naundorf
Fon: 03435 / 931212
Uta und Armin Haufe lernen sich 1988 während eines Lehrgangs bei einer Geburtstagsfeier kennen und leben seitdem gemeinsam in Naundorf. Uta Haufe kommt 1944 in Wurzen zur Welt und erinnert sich noch sehr genau an die Erzählungen ihrer Mutter über Flieger, die ihre vergessenen Bomben über der Kleinstadt abgeworfen haben. Der Vater bleibt im Krieg und so wünscht sich die Tochter zu jedem Geburtstag einen Vati. Nach dem Abschluss der zehnten Klasse beginnt sie 1961 ein Pädagogikstudium, weil es hier ein Stipendium gibt. Uta Haufe hat diese Entscheidung nie bereut, sie ist Lehrerin mit Leib und Seele. Mit 19 Jahren unterrichtet sie zum ersten Mal Deutsch vor einer vierten Klasse, in dieser Zeit gibt sie in der Unterstufe außer Deutsch auch Mathematik, Heimatkunde und Kunsterziehung. Bereits am 9. Januar 1989 stellt sie einen Abberufungsantrag als Schulleiter und die Versetzung nach Naundorf. Nach der Hochzeit mit ihrem Mann Armin wechselt sie von Wurzen nach Naundorf. Sie ist froh, dem Stress einer Schulleiterin in Wurzen zu entkommen und an der Hans-Beimler-Schule in Naundorf an einer kleinen Schule mit kleinen Klassen unterrichten zu können. Uta Haufe arbeitet hier bis 1999 und wechselt dann an die Schlossschule in Hof. Hier sind die Bedingungen ideal, es gibt einen Park und die Kinder fühlen sich hier sehr wohl. Sie selbst nutzt die Möglichkeit, in Altersteilzeit zu arbeiten und geht 2008 in den Ruhestand.
Armin Haufe erinnert sich an eine „schöne und geruhsame Kindheit“ in Limbach bei Oschatz, wo er 1937 geboren wird. Allerdings bleibt der Vater im Krieg verschollen, er selbst muss die Luftangriffe der Engländer miterleben. Mit einer älteren Schwester wächst er in der Natur mit Tieren auf und ist aus dieser Zeit ein begeisterter Hobbyimker. Armin Haufe will zunächst Architekt, später Flieger werden, besteht aber die ärztliche Untersuchung nicht. Nach längerem Zögern entscheidet er sich für den Lehrerberuf. Da Ende der fünfziger Jahre dringend Lehrer gebraucht werden, studiert er in einem Schnellkurs von drei Jahren und spezialisiert sich auf die Fächer Biologie und Chemie. Mit 23 Jahren steht er als Klassenleiter vor einer neunten Klasse mit 30 Schülern. Armin Haufe ist stolz darauf, dass selbst aus den Schülern etwas geworden ist, denen er es nie zugetraut hätte. „Also kann unser Schulsystem so schlecht ja nicht gewesen sein“, meint er. Das sehen einige Leute anders, im Jahr 1991 wird ihm gekündigt, nachdem seine Direktorin ihm bei der Weihnachtsfeier noch gedankt hatte für seine Tätigkeit als ihr Stellvertreter. Dies zählt genauso wenig, wie seine Leistungen oder die Fürsprache von den Eltern, seinen Schülern oder dem Personalrat. Er gewinnt die Gerichtsverhandlung und kann nach einer Umschulung 1992 in den Vorruhestand gehen. 1997 wird er Rentner und hat viel Zeit für seine Hobbys.