MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Monika Haugk
Spitzenjob?, Spitzenhumor!
Spitzendreherin
08064 Zwickau
Nicht alles lief glatt im Leben von Monika Haugk. Aber auch von den schwierigeren Dingen weiß sie mit freundlichem Gesicht und einem Lachen in den Worten zu berichten. Geboren wurde sie 1940 in Berlin-Köpenick. Weil Krieg war, fehlte oft der Vater, er kam 1948 aus französischer Gefangenschaft zurück, hatte dort in seinem Beruf als Gärtner gearbeitet, wäre gern mit der Familie im Nachbarland ansässig geworden, doch der Mutter war die Heimat zu nah. So wuchs Monika Haugk nahe des Armes der Dahme auf, so dass sie schon vor Lesen, Schreiben und Einmaleins schwimmen konnte. 1947/55 besuchte sie die Volksschule. Nach dem Abschluss der 8. Klasse begann sie eine Lehre zum Erlangen des Facharbeiterbriefes als Spitzendreherin im VEB Kühlautomat Berlin-Adlershof. Dazu holte sie an der Abendschule die 10. Klasse nach. Mit neunzehn Jahren heiratete sie, 1960 wurde die Tochter Carola geboren, aber die Ehe währte nicht ewig, wie später die Verbindung zum zweiten Mann. Bald arbeitete sie nun als Spitzendreherin für die Akademie der Wissenschaften, fertigte Spezialprodukte unter Einsatz von Edelmetallen. Wegen ihrer Leistungen wurde sie zum Direktstudium Elektronik auf die Ingenieurschule delegiert, aber ein Unfall beendete diese Chance. Ab 1972 bis März 1986 war sie im Spezialfahrzeugwerk Gütekontrolleurin in der mechanischen Abteilung (schleifen, fräsen, drehen, bohren), dann erfolgte ihr Umzug nach Zwickau. Als sie 1986 nach Bad Elster geschickt wurde, eine prophylaktische Kur, wie sie in DDR-Zeiten gewährt wurden, lernte sie den Mann (Erhard Haugk wirkte als Diplom-Ingenieur) kennen, wegen dem sie bald nach Zwickau zog. Zwar wurde erst 2001 formal geheiratet, aber es war eine bis heute andauernde Bindung entstanden, die auch in Zeiten des Alters und seiner Gebrechen trägt. Beim VEB Kombinat Umformtechnik in Zwickau erhielt sie die Möglichkeit, im Lager und beim Zuschnitt für die Dreherei zu arbeiten. 1991, die sozialistische Produktionsweise hatte ausgedient, wurde ihre Stelle wegrationalisiert. Sie ließ sich zur Verkäuferin umschulen, fand ab 1995 im Einsatz bei Verkaufsshows für Kosmetik neue Herausforderungen mit Menschenkontakt und Erfahrungen auf Märkten bis hin nach Jena und Gera. Seit dem Jahr 2000 ist die glückliche Großmutter einer Enkelin in Rente, genießt die Blumen im Garten.
Ihr Leben war ansonsten sportlich geprägt. In der Jugend wurde die begeisterte Leichtathletin und Judoka u. a. DDR-Jugendmeisterin im Schlagballweitwurf. Die Volkssportgruppe (zeitweilig auch als Vorturnerin), die Aktivitäten im Sportpark und im Fitnesscenter beschäftigen sie bis heute.