MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Reiner Hecht
Pflanzen und Nutzen
Diplom-Agraringenieur
04603 Nobitz
Geboren 1942 in Sehma (Erzgebirge), wollte Reiner Hecht eigentlich seine sportlichen Ambitionen (Alpinski/ Fußball) für eine berufliche Zukunft als Trainer nutzen, doch die Eltern, sie hatten einen bäuerlichen Betrieb, empfahlen ihm, der Landwirtschaft treu zu bleiben. Nach dem Abitur in Annaberg studierte er deshalb nicht an der Sporthochschule (DHfK) in Leipzig, sondern an der dortigen Universität, die er nach sechs Jahren, davon ein Jahr Betriebsleiterpraktikum, als Diplom-Landwirt wieder verließ. Die Absolventenverpflichtung führte ihn für drei Jahre in den Norden. Im mecklenburgischen Leizen, Kreis Röbel/ Müritz, wurde er Leiter der Pflanzenproduktion. Beim Praktikum in Mockzig im Altenburger Land hatte er seine spätere Frau kennengelernt, der Schwiegervater setzte sich dafür ein, dass er in den Süden der Republik zurückkehrte, doch nichts ins Erzgebirgische mit seinen kleinteiligen Agrarstrukturen, sondern als Leiter der gemeinsamen Abteilung Pflanzenproduktion von fünf LPGs (Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften) ins Thüringische. Die Abteilung wurde später aufgelöst, es entstanden neue Strukturen, Reiner Hecht wurde für 15 Jahre Produktionsleiter im Pflanzenbaubetrieb Mockern.
Die Auswertung wissenschaftlicher Experimente zur Höchstertragskonzeption bei Getreide-Öl-Saaten führte 1983 zum Doktortitel (für ein dreiköpfiges Kollektiv).
Dem Werben für einen Eintritt in die staatstragende SED entzog er sich, der evangelischen Kirche nahe stehend, durch Eintritt in die Demokratische Bauernpartei (DBD).
Als 1990 nicht mehr Parteibücher über Chefposten entschieden, wählten ihn die Mitglieder der bald zur Agrargenossenschaft gewandelten LPGs einstimmig zum Geschäftsführer. Die große Genossenschaft wurde geteilt, die Agrargenossenschaft Mockzig, der er bis zum Renteneintritt 2007 vorstand, fungierte inzwischen als GmbH.
Dr. Reiner Hecht war außerdem 16 Jahre lang Vorstandsvorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Altenburger Land e. V., der - nach der Wende gegründet - wichtige Aufgaben des Naturschutzes wahrnimmt. Unterstützend wirkte er auch für Sportvereine und die Ortsgruppe der Landfrauen, die von seiner Frau angeführt wurde.
Frau Ingrid (Heirat 1966) arbeitete als Lehrerin bzw. Schulleiterin. Die beiden Söhne entschieden sich ebenfalls für landwirtschaftsnahe Berufe. Der erste Enkel bereichert die Familie.