MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Eberhard Hartmann

Vom Metall zum Gummi

Eberhard Hartmann

Diplom-Ingenieur Verfahrenstechnik
99894 Leinatal OT Wipperoda

Mit dem Schlosserberuf sollte sich Eberhard Hartmann nicht zufrieden geben, obwohl er die Ausbildung durchaus schätzte. 1937 wurde er in Tagewerben (Kreis Weißenfels in Sachsen-Anhalt) geboren. Die Schule besuchte er am Ort, schloss 1951 mit der 8. Klasse ab. Seine dreijährige Lehre als Maschinenschlosser absolvierte er im Kraftwerk des benachbarten Ortes Großkayna. Danach arbeitete er im Beruf, doch seine Perspektiven waren erkennbar ausgeprägt, so dass er zum Studium an die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) nach Halle (Saale) delegiert wurde, wo er ab 1954 in drei Jahren das Abitur nachholen konnte. Eigentlich interessierte er sich für den Flugzeugbau (der in der damaligen DDR bald eingestellt wurde), doch sollte er stattdessen ein Studium an der Fachschule für Kraft- und Arbeitsmaschinenbau in Meißen aufnehmen. Zwei Jahre sammelte er Wissen in Meißen, dann orientierte man um und warb befähigte Leute für den Studiengang „Verfahrenstechnik“ an der neu gegründeten Technischen Hochschule für Chemie Leuna-Merseburg. Der Hochschulstatus der Einrichtung ermöglichte nach weiteren drei Jahren den Abschluss als Diplom-Ingenieur. Im Rahmen der Absolventenlenkung entschied sich Eberhard Hartmann für den VEB Gummikombinat Waltershausen. Bei seinem Start 1963 wurde er als Technologe in der Produktion von Fahrraddecken und Rennradbereifung (international bekannt durch den Markennamen „Kowalit“) eingesetzt. Später verlagerten sich seine Aufgaben in den Bereich Forschung, er bereitete dieses Gebiet planerisch und auch im Hinblick auf ökonomische Untersetzung vor. Die Entwicklungsmöglichkeiten, die ihm das Werk bot, überzeugten ihn, so dass er über nun viele Jahre blieb, zumal er im nahen Wipperoda ein Haus für die Familie mitbauen konnte. Als 1990 die DDR ihrem Ende zuging, wurde das Werk von dem Gummiwarenhersteller Phoenix AG Hamburg übernommen. Bei den dann nötigen Umstrukturierungen stand Eberhard Hartmann vor der Frage, wie viele andere in die Arbeitslosigkeit zu gehen oder das Angebot anzunehmen, fortan in Hamburg neue Aufgaben zu finden. Er entschied sich für Hamburg und brauchte diesen Schritt nicht zu bereuen, auch wenn für die nächsten zehn Jahre wöchentliches Pendeln zwischen Thüringer Wald und Hafenstadt an der Elbe angesagt war. Hier hatte er die Möglichkeit, im Qualitätswesen seine Erfahrungen einzubringen, wurde vor allem für die Einrichtung verantwortlich, in der die Luftfederbälgefertigung angesiedelt war. Im Jahr 2001 ging er mit Altersteilzeitregelung in die ruhigere Phase des Lebens. Seitdem hat er mehr Zeit für Haus, Hof und Garten und vor allem für die Familie. Seit 1961 ist Frau Ursula, Kindergärtnerin, an seiner Seite. Zu den Töchtern Kirsten (1964) und Katrin (1966) gesellten sich inzwischen fünf Enkelkinder.
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