MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Hartkopf
„Wer so lebt, dass er mit Vergnügen auf sein vergangenes Leben zurückblicken kann, lebt zweimal.“ (Martial)
Gremminer Str. 29
06773 Gräfenhainichen
Fon: 034953 / 22609
Als Sohn eines Fleischers und einer Hausfrau wurde Manfred Hartkopf 1934 in Pouch geboren. Nach seiner achtjährigen Schulausbildung wäre er gerne Autoschlosser geworden, doch der Vater drang darauf, dass auch er den Fleischerberuf ergreifen sollte. So erlernte er diesen zwei Jahre lang, arbeitete im Anschluss im Konsum Bitterfeld, Betrieb Holzweißig fünf Jahre im Beruf. Seine Frau Christa (Produktionsarbeiterin Fleischerei) lernte er in dieser Zeit kennen, heiratete sie 1956. Leider musste er sie 2013 zu Grabe tragen. Geblieben ist ihm die gemeinsame Tochter Kerstin (pädagogische Mitarbeiterin in einer Schule), die für zwei Enkelkinder gesorgt hat und ihm heute gerne zur Seite steht. „Wenn irgendwas ist, brauche ich nur Bescheid sagen....“ freut sich Manfred Hartkopf und berichtet stolz, dass beide Enkel studiert haben und beruflich sehr erfolgreich sind. Manfred Hartkopf war in dem ihm aufgezwungenen Beruf nicht glücklich. Das Arbeitsklima stimmte nicht, die Bezahlung war eher mäßig. Er wechselte 1956 in den Bergbau und arbeitete fortan als E-Lok-Fahrer. „Von der Pike auf habe ich hier alles erlernt: Vom Gleisbau, über den Weichenbau bis hin zu den Fahrstunden für die Lokführer-Berechtigung. Auch eine Qualifizierung zum Betriebsschlosser habe ich absolviert“, berichtet Manfred Hartkopf und von der schweren Arbeit im Schichtbetrieb. Er entschloss sich zur weiteren Qualifizierung. In der Zentralwerkstatt Gräfenhainichen (Außenstelle der Fachhochschule für Maschinenbau in Leipzig) absolvierte er ein fünfjähriges, berufsbegleitendes Ingenieurstudium. Seine weitere Tätigkeit als Ingenieur für Werkstoffeinsatz verband er mit der Aufgabe innerhalb der überbetrieblichen Arbeitsgemeinschaft auf DDR-Ebene, Fachunterausschuss: FUA-Verschleiß – Kammer der Technik. Für seine Leistungen wurde ihm der Titel Diplom-Ingenieur zuerkannt. Eigene jährliche Weiterbildungen befähigten ihn alle Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Nach der politischen Wende in der DDR ging der Betreib vorerst unverändert weiter, doch bald darauf begann die Abwicklung. Mit 57 Jahren wurde Manfred Hartkopf entlassen, war drei Jahre arbeitslos und wurde mit 60 Jahren berentet. „Kein Problem für mich, denn ich habe mich schon immer beschäftigt“ sagt er. Schwibbogen-Bau, Unterstützung bei Auto-Reparaturen für Bekannte und Verwandte kamen seinem handwerklichen Geschick und seinen Interessen dabei entgegen. Eine neue Lebensgefährtin aus der Nachbarschaft schützte später vor Einsamkeit. Nach 3 ½ Jahren starb seine Margarete jedoch und so ist er indessen auf sich selbst gestellt. Mit besonderem Stolz erfüllt ihn dabei, dass er selten Hilfe in Anspruch nehmen muss, alles noch selbst erledigen kann. Den Autoschlosser-Beruf konnte er zwar nicht lernen, doch seine berufliche Laufbahn gab ihm die Möglichkeit hobbymäßig in dieser Richtung wirksam zu sein – auch bei seinen eigenen Fahrzeugen. Doch an seinem Mercedes den er heute fährt schraubt er nun nicht mehr, wie er sagt. Stattdessen liest er und schaut fern. Er fühlt sich angekommen, zufrieden und außer bleibender Gesundheit wünscht er sich nichts anders mehr.