MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Tino und Tina Hartwig

„Reichen die Wurzeln tief, gedeihen die Zweige gut.“ (aus China)

Tino und Tina Hartwig

Inhaber
Landbäckerei Schiebel
Krinaer Landstr. 5
06774 Muldestausee OT Schwemsal
Fon: 034243 / 24422
Internet: www.landbäckerei–schiebel.de

Der 1979 geborene Tino Hartwig hatte nach der 10. Klasse zwar vor einen handwerklichen Beruf zu erlernen und auszuüben, doch den Bäckerberuf hatte er dabei eigentlich nicht im Sinn. Kreativ wollte er sein. Nichtalltägliches mit seinen Händen schaffen, wechselnde Tätigkeiten ausüben. So begann er nach der 10. Klasse eine Lehre zum Fliesenleger. Doch letztendlich kam alles anders: Seine Freundin Tina Schiebel entstammte einem Familienunternehmen mit Geschichte und Tradition. Die 1932 von drei Geschwistern gegründete Landbäckerei Schiebel war 1954 an den Sohn einer Gründerin gefallen, 1988 von Hartmut und Carmen Schiebel, Tinas Eltern, übernommen und weitergeführt worden. Lediglich in den schweren Kriegsjahren war sie zwischenzeitlich verpachtet, ansonsten stetig modernisiert und von Familienmitgliedern betrieben worden. Das Traditionsbewusstsein der Familie hatte dabei immer wieder dazu geführt eigene Berufspläne aufzugeben, umzulernen und sich der über Jahrzehnte gewachsenen Verantwortung zu stellen. So wurde einst aus dem Bauingenieur Hartmut Schiebel der Bäckermeister Schiebel. Eigentlich nur hineingedrängt, wurde die Bäckerei Lebensinhalt und wuchs das Bestreben zur Weitergabe. Tino Hartwig gab dem nach, weil seine Frau Tina (Hochzeit 2006) diese Entscheidung mit trug. Auch sie hatte ursprünglich andere Pläne, studierte gerade Sportwissenschaften. 2005 setzte sich Tino Hartwig also wieder auf die Schulbank und erlernte zwei Jahre den Bäckerberuf. Es folgte der Besuch der Meisterschule und 2008 stand der junge Bäckermeister bereits seinem Schwiegervater zur Seite. Tina Hartwig kümmerte sich um den Verkauf, ist heute für den kaufmännischen Bereich des Unternehmens verantwortlich. 2012 übernahmen die jungen Leute die Landbäckerei. Die treuen Kunden der Gemeinde (ca. 1100 Einwohner) sind nicht die einzigen Genießer der handgefertigten, schmackhaften, typischen und einzigartigen Produkte aus überlieferten Rezepten. Überregional wird mit zwei Verkaufsmobilen und einer Verkaufsfiliale für zufriedene Kunden gesorgt. 24 Mitarbeiter sind indessen in der Landbäckerei beschäftigt. Und auch die Eltern können noch immer nicht ganz vom Handwerk lassen, unterstützen wo sie können. „Wir sind ein Spitzen-Team“ sagt Tino Hartwig stolz und berichtet zudem von der mehrfachen Auszeichnung der Gourmetzeitschrift „Der Feinschmecker“ als eine der besten Bäckereien. Ferienschüler nutzen die Tätigkeit in den Beruf hinein zu schnuppern und wenn daraus Bewerbungen für eine Lehrstelle werden, ist das die Garantie für echte Liebe zum Beruf. Das bekannte frühe Aufstehen der Bäckersleute ist nach wie vor notwendig, wird jedoch durch gute Einsatzplanung der Mitarbeiter kompensiert. Viel freie Zeit bleibt trotzdem nicht. Mit Fußballspiel hält sich Tino Hartwig körperlich fit und damit letztendlich die urig, rustikale Dorfbäckerei am Leben.
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